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	<title>Alternativmedizin - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T13:00:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Alternativmedizin&amp;diff=300&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Alternativmedizin» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T21:38:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Alternativmedizin» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Verfahren wie Homöopathie, Akupunktur oder Kräutertherapien werden weltweit nachgefragt, obwohl viele Anwendungen der wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. Die Gründe für die Attraktivität solcher Methoden sind vielfältig, ebenso wie die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definitionen und Abgrenzung zur wissenschaftlichen Medizin ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_9f3d50c9_320px-Spiegel_2018_08_Hokuspokus_Alternativmedizin.jpg|thumb|right|Definitionen und Abgrenzung zur wissenschaftlichen Medizin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ‚Alternativmedizin‘ werden Heilmethoden bezeichnet, die außerhalb des etablierten medizinischen Standards liegen, weil sie sich entweder einer systematischen wissenschaftlichen Überprüfung entziehen oder in klinischen Studien keinen Nutzen zeigten. Sobald für ein Verfahren belastbare Wirksamkeitsnachweise vorliegen, wird es in die evidenzbasierte Medizin übernommen und gilt nicht länger als alternativ. Die US-amerikanische Behörde NCCAM (heute NCCIH) definiert komplementäre und alternative Medizin (CAM) dementsprechend als Anwendungen, die zusätzlich zu oder anstelle konventioneller Therapien eingesetzt werden. In Deutschland hat sich der Begriff ‚Komplementärmedizin‘ eingebürgert, wenn konventionelle und alternative Elemente kombiniert werden. Weitere Bezeichnungen wie ‚Erfahrungsmedizin‘ oder ‚ganzheitliche Medizin‘ betonen unterschiedliche Facetten, verharren jedoch häufig bei anekdotischen Evidenzmustern. Kritiker weisen darauf hin, dass die Begriffsvielfalt eher beschönigend wirkt und die tatsächliche wissenschaftliche Bewertung der Verfahren ausblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und wirtschaftliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_9f3d50c9_Alternativmedizin2.jpg|thumb|left|Alternativmedizin2.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weltweiten Ausgaben für alternative Heilmethoden wurden 2008 auf rund 60 Milliarden US-Dollar geschätzt. Allein in den USA gaben Patienten 2007 etwa 33,9 Milliarden Dollar für CAM-Produkte und Dienstleistungen aus – ohne Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen. Davon entfielen drei Milliarden Dollar auf homöopathische Präparate und vier Milliarden auf Qi-Gong-bezogene Angebote. Bereits 1997 beliefen sich die Gesamtausgaben auf 36 bis 47 Milliarden Dollar, wobei 12 bis 20 Milliarden Dollar aus eigener Tasche für Therapeutenleistungen flossen – etwa die Hälfte der privat finanzierten ärztlichen Versorgung. In Deutschland stieg die Zahl der Heilpraktiker zwischen 1993 und 2000 um 90 % auf 21 je 100 000 Einwohner; die Zahl der Ärzte mit CAM-Zusatzqualifikationen nahm im gleichen Zeitraum um 125 % zu. Rund 40 000 Ärztinnen und Ärzte bieten komplementäre Verfahren an. Jährlich verschreiben Kassenärzte pflanzliche Arzneimittel im Wert von etwa zwei Milliarden Euro, während zusätzlich geschätzte neun Milliarden Euro für CAM ausgegeben werden – fünf Milliarden Euro zahlen die Patienten selbst, vier Milliarden Euro übernehmen Krankenkassen. Der CAM-Markt entspricht damit etwa 20 % des jährlichen Wellness-Umsatzes von 50 Milliarden Euro in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzungsmotive und soziale Zusammenhänge ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_9f3d50c9_320px-HOMANT.jpg|thumb|right|Nutzungsmotive und soziale Zusammenhänge]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen zeigen, dass Unzufriedenheit mit der Schulmedizin nur selten das Hauptmotiv ist. Vielmehr suchen Anwender Methoden, die ihren persönlichen Wertvorstellungen etwa zu Spiritualität, Umweltschutz oder Selbstverantwortung eher entsprechen. Die typische Nutzerschaft ist laut mehrerer Studien zwischen 30 und 50 Jahre alt, weiblich, höher gebildet und politisch eher links oder grün orientiert. Haupteinsatzgebiete sind chronische Schmerzen, Rückenbeschwerden, Angstzustände oder Harnwegserkrankungen. Die vermeintlich geringe Nebenwirkungslast, einfache Erklärungsmuster und das Versprechen ganzheitlicher Betreuung steigern die Attraktivität. Gleichzeitig besteht in Teilen der Szene ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie und einer vermeintlich technisierten Standardmedizin. Marketingstrategien schüren diese Sichtweise, indem sie alternative Verfahren als natürlich und individuell anpreisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Erforschung und Erkenntnislage ==&lt;br /&gt;
Die staatliche US-Einrichtung NCCAM vergab seit ihrer Gründung mehr als 2,5 Milliarden Dollar für CAM-Studien, ohne dass daraus ein einzelnes Verfahren resultierte, das den wissenschaftlichen Anforderungen standhielt. Auch in Deutschland finanzieren private Stiftungen wie die Karl- und Veronica Carstens-Stiftung (27 Millionen Euro Vermögen) oder Unternehmen wie Bionorica (17 Millionen Euro Forschungsetat) und Dr. Willmar Schwabe (25 Millionen Euro) klinische Prüfungen. Kritiker bemängeln, dass begrenzte Ressourcen für die Untersuchung physikalisch unplausibler Konzepte aufgewendet werden, anstatt sie in vielversprechende Ansätze zu lenken. Das Konzept der „Scientabilität“ fordert daher, nur solche Interventionen klinisch zu prüfen, die sicheren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht widersprechen. Selbst wiederholte positive Einzelergebnisse – etwa bei Akupunktur oder bestimmten Phytotherapeutika – rechtfertigen nach Ansicht vieler Wissenschaftler nicht die übergeordneten dogmatischen Annahmen der jeweiligen Richtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Risiken, Fehlanwendungen und gesellschaftliche Kontroversen ==&lt;br /&gt;
Die Zuflucht zu unwirksamen Methoden kann zur Verzögerung wirksamer Therapien führen, Fehldiagnosen erzeugen und Behandlungsaussichten verschlechtern. In einer australischen Kinderklinik dokumentierte man 39 Fälle schwerer Gesundheitsschäden nach alternativer Behandlung; vier Kinder starben, weil Eltern lebensnotwendige Medikamente verweigerten. Auch psychische Abhängigkeiten, finanzielle Ausbeutung oder Schuldzuweisungen bei Therapieversagen sind beschrieben. Kritische Journalisten und Wissenschaftler wiederholten Berichte über Einschüchterung: Nach einer homöopathie-kritischen ZDF-Sendung löschte der Sender 2007 Online-Material, nachdem es zu massiven Beschwerden kam. Die geplante Veröffentlichung eines Buches der Stiftung Warentest wurde 1991 nach Protesten von Heilpraktikern eingestellt. 2015 erhielten Blogger Morddrohungen, weil sie als Betreiber des Psiram-Wikis missverstanden wurden. Vorfälle dieser Art werfen ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen wissenschaftlicher Aufklärung und kommerziellen Interessen im Alternativmedizin-Markt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [http://www.bundesaerztekammer.de/richtlinien/empfehlungenstellungnahmen/alternativmedizin/#Forderung Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Alternativmedizin – Stellungnahme zu außerhalb der wissenschaftlichen Medizin stehenden Methoden]&lt;br /&gt;
# [http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=48961 Edzard Ernst: Komplementärmedizinische Diagnoseverfahren, Deutsches Ärzteblatt 2005; 102(44)]&lt;br /&gt;
# [http://www.akdae.de/Fortbildung/Vortraege/DGIM/2016/Thema-3-Folien.pdf Deutsche Krebsgesellschaft: Einfluss komplementärer und alternativer Methoden in der Onkologie]&lt;br /&gt;
# [http://sekten-info-nrw.de/index.php?option=com_content&amp;amp;task=view&amp;amp;id=59&amp;amp;Itemid=36 Sekten-Info NRW: Kriterien zur Beurteilung alternativer/komplementärer Heilmethoden]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* Simon Singh, Edzard Ernst: Trick or Treatment? Alternative Medicine on Trial. Random House 2008&lt;br /&gt;
* R. Barker Bausell: Snake Oil Science. Oxford University Press 2009&lt;br /&gt;
* Ben Goldacre: Bad Science. Faber &amp;amp; Faber 2010&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# Shang et al.: Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Lancet 2005; 366: 726-32&lt;br /&gt;
# Tanaka MM, Kendal JR, Laland KN: From Traditional Medicine to Witchcraft. PLoS ONE 2009; 4(4): e5192&lt;br /&gt;
# Astin JA: Why patients use alternative medicine. JAMA 1998; 279(19): 1548-53&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Esoterik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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