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	<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Amygdalin</id>
	<title>Amygdalin - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T09:17:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Amygdalin&amp;diff=896&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Amygdalin» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:13:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Amygdalin» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Aprikosenkerne und bittere Mandeln enthalten Amygdalin, das im Körper Blausäure freisetzt. Trotz mangelnder Wirksamkeit wird die Substanz als Alternativkrebsmittel angepriesen – mit teils tödlichen Folgen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chemie und Vorkommen: Wo das Glykosid steckt ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_f3edec9e_300px-Amygdalin_Burg_Apotheke.jpg|thumb|right|Chemie und Vorkommen: Wo das Glykosid steckt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amygdalin ist ein cyanogenes Glykosid, das in Samen zahlreicher Steinobstsorten vorkommt. Besonders hoch sind die Gehalte in bitteren Mandeln sowie in Kernen von Aprikosen, Pfirsichen und Sauerkirschen. Die kristalline Substanz zählt chemisch zu den Nitrilglykosiden; bei Kontakt mit Wasser oder spezifischen Enzymen spaltet sie Blausäure (HCN), Benzaldehyd und Glucose ab. Aprikosenkerne können bis zu 8 % Amygdalin enthalten, was umgerechnet rund 0,4 % gebundener Blausäure entspricht. In Bittermandeln liegt der Wert bei etwa 5 % (0,3 % Blausäure). Weitere cyanogene Glykoside wie Prunasin, Dhurrin oder Sambunigrin finden sich in Bambussprossen, Hirse oder Holunderbeeren, allerdings meist in deutlich geringeren Konzentrationen. Traditionelle Verarbeitungsverfahren – etwa langes Quellen, Kochen oder Fermentation – senken die Blausäurebelastung auf ein technisch unbedenkliches Maß. In Deutschland dürfen Lebensmittel mit mehr als 50 mg cyanidartig gebundener Blausäure pro Kilogramm nicht in den Verkehr gebracht werden; für Säuglingsnahrung gilt ein Grenzwert von 10 mg/kg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gift oder Medizin? Wirkmechanismus und Toxikologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_f3edec9e_240px-Amygdalin.jpg|thumb|left|Amygdalin.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach oraler Aufnahme wird Amygdalin im Darm durch bakterielle β-Glucuronidase und durch körpereigene Enzyme gespalten. Dabei entstehendes Cyanid hemmt die zelluläre Atmungskette, indem es das Cytochrom-c-Oxidase blockiert. Die Folge ist ein zellulärer Sauerstoffmangel, der rasch zu Krämpfen, Erbrechen, Atemnot und bei höherer Dosis zur Atemlähmung führt. Die Entgiftung erfolgt über das Enzym Rhodanase, das Cyanid in das weniger toxische Thiocyanat umwandelt. Die Kapazität dieses Systems ist begrenzt: Erwachsene entgiften durchschnittlich 0,1 mg Cyanid pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde. Bei einer 60-kg-Person entspricht das dem Blausäuregehalt von etwa sieben Aprikosenkernen. Die niedrigste beobachtete letale Dosis liegt bei 0,5–0,7 mg Cyanid pro Kilogramm; demnach können bereits 40–50 bittere Kerne tödlich wirken. Kinder reagieren empfindlicher: Mehrere dokumentierte Fälle berichten über lebensbedrohliche Intoxikationen nach wenigen Kernen oder nach Einnahme von „B17-Tabletten“. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Erwachsenen, maximal zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag zu verzehren; für Kinder und Schwangere gilt: vollständiger Verzicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Faktenradar_f3edec9e_380px-Aprikosenkerne01.jpg|&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [http://www.bfr.bund.de/cm/343/zwei-bittere-aprikosenkerne-pro-tag-sind-fuer-erwachsene-das-limit-kinder-sollten-darauf-verzichten.pdf BfR-Stellungnahme: Zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag sind das Limit]&lt;br /&gt;
# [https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD005476.pub4/full Cochrane Review: Laetrile treatment for cancer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* Moertel CG et al.: A clinical trial of amygdalin (Laetrile) in the treatment of human cancer. N Engl J Med 1982; 306:201-6.&lt;br /&gt;
* Milazzo S, Horneber M, Ernst E.: Laetrile for cancer: a systematic review of the clinical evidence. Support Care Cancer 2007; 15:583-95.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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