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	<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Anti-Krebssalbe</id>
	<title>Anti-Krebssalbe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T12:10:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Anti-Krebssalbe&amp;diff=490&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Anti-Krebssalbe» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T22:48:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Anti-Krebssalbe» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Schwarze Salbe wird im Internet als „natürliche“ Lösung gegen Hautkrebs angepriesen. Doch die ätzende Mischung verursacht schwere Gewebeschäden und lässt Tumore im Körperinneren weiter wachsen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltsstoffe und behauptete Wirkung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_85a4833e_320px-Cansema.jpg|thumb|right|Inhaltsstoffe und behauptete Wirkung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die als „Black Salve“ oder „Schwarze Salbe“ angebotene Paste enthält meist Zinkchlorid, ein stark ätzendes Salz, sowie Pflanzenextrakte wie den kanadischen Blutwurz (Sanguinaria canadensis) und das Lösungsmittel Dimethylsulfoxid (DMSO). Anwender sollen die Creme direkt auf verdächtige Stellen auftragen; nach wenigen Tagen bildet sich eine schwarze Kruste, die – so die Propaganda – den Tumor „herauszieht“. Hersteller versprechen eine selektive Wirkung, bei der angeblich nur kranke Zellen zerstört würden. Eine wissenschaftliche Bestätigung für diese Behauptung existiert nicht. Im Gegenteil: Studien zeigen, dass die Salbe gesundes und erkranktes Gewebe gleichermaßen zerstört, während bösartige Zellen in tieferen Hautschichten oder Lymphknoten unbehelligt weiter proliferieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Verbreitung und aktuelle Szene ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_85a4833e_320px-Schwarze_Salbe_Andreas_Gross.jpg|thumb|left|Historische Verbreitung und aktuelle Szene]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im 18. und 19. Jahrhundert gehörten ätzende Salben zum Reperatur empirisch tätiger Heilkundiger; sie wurden gegen Warzen, Hauttuberkulose und damals noch schlecht differenzierte „Krebsgeschwüre“ verwendet. Mit dem Aufkommen evidenzbasierter Onkologie verschwanden die Präparate aus seriösen Lehrbüchern. Seit Mitte der 1990er-Jahle erlebt die Methode im deutschsprachigen Raum eine zweite Karriere: Ein bayerischer Homöopathie-Anbieter, ein rheinland-pfälzischer Heilpraktiker-Betrieb und mehrere Schweizer Online-Shops vertreiben Anleitungen oder Fertigsalben, häufig unter dem Deckmantel „indianische Lederpflege“, um Zulassungsverfahren zu umgehen. Vereine wie „Menschen gegen Krebs“ oder Internetforen rund um das umstrittene „Miracle Mineral Supplement“ (MMS) verbreiten Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit dem Hinweis, die Therapie sei „archaisch, aber erfolgreich“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentierte Schäden und Todesfälle ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_85a4833e_Cansemaconrad.jpg|thumb|right|Dokumentierte Schäden und Todesfälle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA registrierte die Food and Drug Administration (FDA) bereits in den 1990er-Jahren mehrere schwere Verletzungen. Ein Fall aus Idaho (1984) endete nach 17 plastischen Operationen, weil eine unbekannte „black salve“ große Teile der Gesichtshaut zerstört hatte. 2002 dokumentierten Dermatologen in den „Archives of Dermatology“ vier Patienten, bei denen die ätzende Paste zwar oberflächliche Tumoranteile entfernte, in der Tiefe aber Karzinomzellen zurückließ; zwei Betroffene mussten später ausgedehnte Nachoperationen über sich ergehen lassen. Eine ARD-Recherche (Kontraste, Juni 2014) berichtete von einem deutschen Hautkrebspatienten, dessen Frau ihm ein halbes Jahr lang Schwarze Salbe auftrug; die Substanz drang durch die Schädelknochen bis ins Hirngewebe vor und führte letztlich zum Tod. In Australasien entstand bei einem 55-Jährigen ein zwei Zentimeter tiefer Defekt an der Schläfe; die anschließende Wundbehandlung dauerte drei Monate und erforderte starke Opiate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtliche Schritte und ärztliche Einschätzung ==&lt;br /&gt;
Die FDA untersagte den Vertrieb der Salbe „Cansema“ und verurteilte mehrere Anbieter zu Haftstrafen wegen unerlaubter Heilsversprechen und Zeugenbeeinflussung. Ein US-Landwirt, der sein Produkt „TO MOR GONE“ ohne Zulassung verkaufte, erhielt 2018 ein Mindeststrafmaß von sechs Jahren Gefängnis. In Deutschland stuft die Arzneimittelkommission Nordrhein-Westfalen Schwarze Salbe als „bedenkliche Zubereitung“ ein: „Zinkchlorid ist eine aggressive Chemikalie, die zu unspezifischen Hautschäden führt; zudem ist ein pflanzlicher Inhaltsstoff selbst krebserregend“, erklärte der Leiter der zuständigen Untersuchungsstelle. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt eindringlich vor einem Verzicht auf evidenzbasierte Therapien; verpasste Behandlungsfenster ließen sich später oft nicht mehr ausgleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Risiko übersteigt jeden Nutzen ==&lt;br /&gt;
Zusammenfassend zeigen klinische Beobachtungen und Gerichtsakten ein einheitliches Bild: Schwarze Salbe bietet keinen nachweisbaren therapeutischen Vorteil, verzögert aber lebensrettende Operationen oder Strahlentherapien. Die ätzende Substanz verursacht Schmerzen, Narben und kann funktionelle Strukturen wie Knorpel oder Schleimhäute unwiederbringlich zerstören. Wer Hautveränderungen bemerkt, sollte unverzüglich einen Hautarzt aufsuchen und eine histologische Abklärung durchführen lassen. Nur eine professionelle, stadiengerechte Therapie sichert bei Basaliomen, Plattenepithelkarzinomen und Melanomen die höchsten Heilungschancen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/panorama/schwarze-salbe-gegen-krebs-alternativer-tod Apotheke adhoc: Schwarze Salbe gegen Krebs – alternativer Tod]&lt;br /&gt;
# [http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-05-06-2014/aetzende-alternativmedizin-angebliche-wundermittel-gefaehrden-patienten.html ARD Kontraste: Ätzende Alternativmedizin]&lt;br /&gt;
# [http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/Cancer/eschar.html Quackwatch: Don&amp;#039;t Use Corrosive Cancer Salves]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* McDaniel S, Goldman GD: Consequences of Using Escharotic Agents as Primary Treatment for Nonmelanoma Skin Cancer. Arch Dermatol. 2002;138:1593-6&lt;br /&gt;
* Jellinek N, Maloney M: Escharotic and other botanical agents for the treatment of skin cancer. J Am Acad Dermatol. 2005;53:487-95&lt;br /&gt;
* Ong NC et al.: Use of unlicensed salve for cutaneous malignancy. Med J Aust. 2014;200:314&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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