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	<title>Black Goo - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T13:54:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Black_Goo&amp;diff=1167&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Black Goo» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:27:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Black Goo» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Begriff „Black Goo“ kursiert gleichzeitig in der Phytopathologie, in alternativen Heilszenen und in Verschwörungserzählungen. Dabei verbindet die unterschiedlichen Nutzungen nur die Bezeichnung – inhaltlich trennen sie Welten.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pilzinfektion an Reben: Die ursprüngliche biologische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_3a2d8732_300px-Black_Goo.jpg|thumb|right|Pilzinfektion an Reben: Die ursprüngliche biologische Bedeutung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Winzern ist „Black Goo“ seit Mitte der 1990er-Jahre ein umgangssprachlicher Begriff für eine dunkelbraune, gummiartige Flüssigkeit, die aus kranken Weinpflanzen austritt. Verantwortlich ist die Pilzart Phaeomoniella chlamydospora, ein Erreger der Esca-Krankheit. Die Symptome umfassen gefärbte Gefäßstränge, Blattnekrosen und den typischen Harzfluss an Schnittstellen. Die Amerikanerin Lucie Morton, eine renommierte Rebenzüchterin, prägte 1995 in der Fachzeitschrift „Wines and Vines“ die treffende, aber informelle Bezeichnung „Black Goo“, weil zum damaligen Zeitpunkt weder ein medizinischer Fachterminus noch ein einheitliches Symptomschema existierten. Die Esca-Krankheit selbst ist seit der Antike belegt; römische Autoren beschrieben bereits ein „Austrocknen“ der Reben, das heute als Esca-Symptom gilt. Erst durch den Klimawandel und veränderte Schnitttechniken breitete sich der Pilz seit den 1990er-Jahren auch in nördlichen Anbaugebieten aus und erreicht dort inzwischen vergleichbare Befallshäufigkeiten wie im Mittelmeerraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schieferöl und radionische Globuli: Produkte auf dem Esoterikmarkt ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_3a2d8732_300px-Kautz_Vella_Jo_Conrad.jpg|thumb|left|Schieferöl und radionische Globuli: Produkte auf dem Esoterikmarkt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zur fachlichen Verwendung etablierte sich „Black Goo“ als Marketinglabel im Alternativmedizin-Sektor. Angeboten werden vor allem zwei Varianten: zum einen destilliertes Schieferöl, das als „archaisches Erdöl“ beworben wird, zum anderem Zuckerperlen, die nach radionischen Angaben mit „Information“ des Öls „geprägt“ sein sollen. Hersteller versprechen u. a. „Wieder-Anbindung an das Kollektivbewusstsein“ oder ein „Antidot gegen transhumanistische Manipulation“. Dosierung und Anwendung sollen laut Packungsbeilagen „kinesiologisch“ oder „radionisch“ individuell ermittelt werden. Die Produkte finden sich häufig in Online-Shops, die zugleich Themen wie Chemtrails, Morgellonen oder „Geo-Engineering“ bedienen. Eine wissenschaftliche Prüfung der Rezepturen oder eine arzneiliche Zulassung liegt bisher nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschwörungserzählungen: Außerirdische, Thule-Insel und Falklandkrieg ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_3a2d8732_David_Griffin.jpg|thumb|right|Verschwörungserzählungen: Außerirdische, Thule-Insel und Falklandkrieg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 kursiert im Internet die Erzählung, eine außerirdische Spezies habe auf einer unbewohnten Insel südöstlich der Falklands „intelligentes Öl“ deponiert. Demnach hätten argentinische Streitkräfte 1982 versucht, das Material zu sichern, was den Falklandkrieg ausgelöst habe. Später seien britische Elitetrupps in die sogenannte „Blue-ET-Basis“ eingedrungen und hätten Proben nach England gebracht, wo das Öl angeblich mehrere Mitarbeiter der Rüstungsfirma Marconi tötete. Die gleichen Quellen verbinden das Unglück der Bohrplattform Deepwater Horizon 2010 mit einer angeblich gezielt angezapften Black-Goo-Lagerstätte im Golf von Mexiko. Die Berichte bedienen sich übereinstimmender Topoi: das Material sei „lebendig“, besitze schadenspotentiale und werde von geheimen Mächten gehandelt. Nennbare Beweise oder dokumentierte Quellen fehlen durchweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Popkulturelle Spiegelungen: Von Star Trek bis Hollywood ==&lt;br /&gt;
Die Vorstellung eines formbaren, schwarzen Öls, das Lebewesen überzieht oder kontrolliert, ist nicht auf Verschwörungsforen beschränkt. Bereits 1989 widmete die Star-Trek: The Next Generation-Folge „Die schwarze Seele“ ein öliges Wesen, das die Enterprise-Crew bedroht. Spätere Serien wie Akte X oder Spielfilme wie „Prometheus“ und „Spider-Man“ übernahmen das Motiv und befeuerten die Bildsprache. Die mediale Wiederkehr des Stoffs trägt dazu bei, dass sich fiktionale und pseudofaktische Deutungen gegenseitig bedienen: Filme liefern visuelle Templates für angebliche „Beweisfotos“, wumgekehrt greifen Drehbuchautoren auf aktuelle Internetmythen zurück, um ihre Geschichten mit einem Touch vermeintlicher Aktualität zu versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit: Getrennte Welten, gemeinsames Etikett ==&lt;br /&gt;
Für die Weinbauwissenschaft bleibt „Black Goo“ ein informelles Symptom einer pilzbedingten Rebenkrankheit, das durch Laboranalyse des Erregers objektivierbar ist. Für die Esoterikszene fungiert der Begriff als Sammelmarke für Produkte, deren Wirkung außerhalb wissenschaftlicher Evidenz behauptet wird. Für Verschwörungsgläubige verkörpert das „intelligente Öl“ eine universale Bedrohung, die sich mit geopolitischen Ereignissen verknüpfen lässt. Die drei Nutzungskreise berühren sich lediglich sprachlich – inhaltlich stehen sie für unvereinbare Deutungsrahmen. Die Popularität des Begriffs zeigt, wie schnell sich ein einst fachlicher Terminus in anderen Diskursen verselbstständigen kann, sobald er emotionale Bilder evoziert und eine narrative Lücke füllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* Larignon P. (1999): Preliminary results on the biology of Phaeoacremonium. In: Black goo – Occurrence and Symptoms of Grapevine Declines. IAS/ICGTD Proceedings&lt;br /&gt;
* Morton L. (ed.): International Ampelography Society, Fort Valley, VA, USA, S. 49–55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# Morton, L. (1995). Mystery diseases hit young vines. Wines and Vines 76, S. 46–47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Esoterik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verschwörungstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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