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	<title>Fürstentum Germania - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T09:19:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=F%C3%BCrstentum_Germania&amp;diff=191&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Fürstentum Germania» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T21:21:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Fürstentum Germania» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;a href=&quot;https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=F%C3%BCrstentum_Germania&amp;amp;diff=191&amp;amp;oldid=52&quot;&gt;Änderungen zeigen&lt;/a&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=F%C3%BCrstentum_Germania&amp;diff=52&amp;oldid=prev</id>
		<title>Admin: Neuer Artikel: Fürstentum Germania</title>
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		<updated>2026-05-03T15:09:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Neuer Artikel: Fürstentum Germania&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Fürstentum Germania war ein von Februar bis Mai 2009 existierendes Mikroprojekt aus dem Spektrum der sogenannten Kommissarischen Reichsregierungen (KRR). Als basisdemokratischer Scheinstaat und selbsternannter Kirchenstaat vereinte es Anhänger reichsbürgerlicher Ideologien, Freiwirtschaftler, Verschwörungstheoretiker und Esoteriker um die Figur eines selbst ernannten Fürsten sowie eines mehrfach identitätswechselnden Stellvertreters. Mit maximal etwa 220 Unterstützern aus dem gesamten Bundesgebiet beanspruchte das Projekt auf dem Gelände eines baufälligen Schlosses in der brandenburgischen Ortschaft Krampfer staatliche Souveränität, was jedoch von den Behörden nicht anerkannt wurde. Nach der polizeilichen Räumung des Objekts im Mai 2009 zerfaserte die Gruppe, wobei vereinzelte Akteure die Gründung einer Exilregierung in Südamerika anstrebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Furstentum_Germania_1.jpg|thumb|right|400px|Fürstentum Germania]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Selbstverständnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Februar 2009 wurde auf dem Gelände des Schlosses Krampfer in Plattenburg (Landkreis Prignitz) unter dramatischen Umständen das Fürstentum Germania ausgerufen. Als Staatsoberhaupt fungierte der als Michael Freiherr von Pallandt bezeichnete Augsburger Taxifahrer Michael Brunkhorst, der durch Adoption in eine adlige Familie gelangt war. Seine Stellvertretung übernahm eine Person, die unter den Namen Jessie Marsson, Frank Büntert, Byron Michael Jessie Marsson und weiteren Pseudonymen auftrat. Die Gründungszeremonie, bei der angeblich unter Tränen eine neue Verfassung verkündet wurde, markierte den Höhepunkt einer seit Monaten geplanten Aktion, die im Internet unter dem Etikett eines souveränen Kirchenstaates beworben worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Selbstverständnis des Projekts basierte auf der Annahme, die Bundesrepublik Deutschland sei kein legitimer Staat, weshalb eine Selbstausbürgerung zugunsten einer neuen Staatsangehörigkeit notwendig sei. Durch das Unterzeichnen einer Beitrittserkläration sollte die bisherige deutsche Staatsangehörigkeit automatisch in eine „Germania“-Staatsangehörigkeit umgewandelt werden. Bis Ende Februar 2009 beanspruchten die Initiatoren, zwischen 200 und 300 Personen hätten diese Erklärung unterzeichnet. Das Projekt verstand sich als „erster souveräner Staat auf deutschem Gebiet seit dem Ersten Weltkrieg“ und behauptete, Teil eines wiedererstandenen Deutschen Kaiserreichs zu sein. Zentrales Organ sollte ein sogenannter Volksrat sein, ergänzt durch eine Institution namens „Ritter der Menschenrechte“, die als Verwaltungsorgan und Schlichtungsinstanz fungieren sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Protagonisten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fürstentum Germania war geprägt von zwei dominanten Figuren, deren Biografien und Motive sich als höchst widersprüchlich und uneindeutig erwiesen. Michael Freiherr von Pallandt, geborener Brunkhorst, arbeitete als Taxifahrer in Augsburg und war durch Adoption in eine Familie gelangt, die den Adelstitel „Freiherr von Pallandt“ trug. Sein Bruder Hans, der als Graf von Culemborg fungierte, distanzierte sich öffentlich scharf vom Projekt und drohte mit rechtlichen Schritten gegen die Verwendung des Familiennamens im Kontext des Fürstentums. Pallandt fungierte als nominelles Staatsoberhaupt und „Bürger-König“, verfügte jedoch über begrenzten Einfluss auf die tatsächliche Steuerung des Projekts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die treibende Kraft hinter den Kulissen war der als Jessie Marsson bekannte Aktivist, dessen reale Identität bis heute uneindeutig bleibt. Je nach Quelle gab er als Geburtsjahre 1975, 1979 oder 1981 an, behauptete verschiedentlich, in Venezuela, Irland oder Schliersee geboren zu sein, und legte je nach Kontext unterschiedliche Biografien dar. Mal behauptete er, als Waisenkind bei einer Familie Büntert aufgewachsen zu sein, ein anderes Mal gab er an, ein genetisch manipuliertes „Klon-Kind“ aus einem amerikanischen Labor zu sein, in dem die Gene aller europäischen Kaiserlinien vereint worden seien. Marsson verbreitete extremistische Verschwörungstheorien, darunter die Behauptung von staatlich verübtem Völkermord durch Chemtrails, die Existenz von RFID-Chips in Impfstoffen sowie die Steuerung des Wetters durch HAARP-Technologie. In seinem Umfeld wurde auch antisemitische Stimmungsmache betrieben, etwa durch das von ihm initiierte „Deutsche Volksblatt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere zentrale Akteure waren der Verschwörungstheoretiker Jo Conrad, der als Mediensprecher und Moderator des Fürstentum-Formats bei Jeet TV agierte und eine instrumentelle Hymne komponierte, sowie der Chemtrail-Aktivist Peter Platte, der später zum „Sonderbeauftragten für den Staatsschutz“ ernannt wurde. Der Heidelberger „freie Aufklärer“ Alexander Przibill fungierte zeitweise als PR-Berater, distanzierte sich jedoch nach dem Scheitern des Projekts. Auch Esoteriker wie Toni Haberschuss, der über das Internet „energetische Badewannen“ vertrieb, sowie der Anbieter einer „Wundermatte“ namens „Revital“ gehörten zum engeren Kreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Furstentum_Germania_2.jpg|thumb|left|400px|Fürstentum Germania]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schloss Krampfer als Staatssitz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentraler Anlaufpunkt des Fürstentums war das baufällige Schloss Krampfer in der Ortschaft Krampfer Groß Gottschow. Das denkmalgeschützte Gebäude auf einem 4.000 Quadratmeter großen Grundstück wurde im Jahr 2008 von einem Berliner Verein erworben, der dort ein Integrationsprojekt für Jugendliche scheitern ließ, bevor es über die Luton Consulting Corporation Limited schließlich an Michael Freiherr von Pallandt verkauft wurde. Das Schloss verfügte über keine ausreichende Stromversorgung, keine intakte Heizungsanlage und keinen Kanalanschluss, was es als dauerhaften Wohnsitz ungeeignet machte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem bezogen im Februar 2009 mehrere Anhänger der sogenannten NU-ERA-Bewegung und weitere Unterstützer das Gebäude, um es gegen Witterungseinflüsse zu sichern und als Regierungssitz zu nutzen. Die örtliche Bevölkerung reagierte auf die Ansiedlung der Gruppe mit Ablehnung und Sorge. Das örtliche Bauamt erkannte die Baufälligkeit des Objekts an und setzte den Bewohnern eine Frist bis zum 15. Mai 2009, entweder einen Bauantrag zur Umnutzung zu stellen oder das Gebäude zu räumen. Da weder Anträge eingereicht noch Mängel behoben wurden, erfolgte am 19. Mai 2009 die polizeiliche Zwangsräumung und Versiegelung des Schlosses. Die verbliebenen Bewohner mussten das Gelände verlassen; einige zogen vorübergehend in eine 40-Quadratmeter-Wohnung in Krampfer um, während andere Aktivisten sich nach Kleinow absetzten, um dort unter dem Namen „Areal:Löwenzahn“ neue Aktivitäten zu starten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ideologische Grundlagen und kommerzielle Absichten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fürstentum Germania verfolgte eine heterogene Mischung aus reichsbürgerlicher Staatslehre, esoterischen Weltdeutungen und libertären Wirtschaftsideen. Die Verfassung des Projekts beanspruchte, auf einem historischen Lehensrecht zu basieren, obwohl das Lehnswesen in Deutschland mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 endgültig abgeschafft wurde. Die Initiatoren verwechselten zudem den Namen ihres Fürsten mit dem des „Palandt“, einem bekannten Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, und zogen daraus falsche Schlüsse über die Legitimität ihres Staatswesens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als „Kirchenstaat“ definierte sich das Projekt religiös, wobei die „Schöpfungskirche“ des Ordens eine kreationistische Ausrichtung verfolgte, die der Evolutionstheorie widerspricht. In diesem Rahmen wurden auch pseudoreligiöse Ausreden für den Marihuanakonsum oder die Verweigerung von Impfungen konstruiert, die jedoch rechtlich irrelevant blieben. Geplant war die Einführung einer eigenen Währung, der „Dank-Mark“ (DM), sowie die Erhebung von Steuern in Höhe von ein bis zehn Prozent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den politischen Ambitionen traten schnell kommerzielle Interessen zutage. Der Digitalkünstler und MLM-Vertreter Andreas Rohlfs betrieb einen Online-Shop, der Esoterik-Produkte und teure Lautsprecher an die Anhängerschaft verkaufen sollte, sowie eine „Staatsbank“, in der keine Einlagen entgegengenommen wurden, sondern lediglich wertlose „Schecks“ gegen Gebühren ausgestellt wurden. Auch das „Joytopia“-Projekt und verschiedene „Freie Energie“-Anlagen wurden im Umfeld des Fürstentums beworben. Diese Aktivitäten führten jedoch zu internen Konflikten, da sie nicht durch das „Volk“ legitimiert waren und als Bereicherungsversuche einzelner Akteure wahrgenommen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Furstentum_Germania_3.jpg|thumb|right|400px|Fürstentum Germania]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medienecho und öffentliche Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fürstentum Germania erregte schnell die Aufmerksamkeit regionaler und überregionaler Medien. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtete bereits im März 2009 über die „dubiose Polit-Sekte“ und warnte vor einer „Melange aus Antisemiten, Esoterik-Faschisten und Spinnern“. Ähnlich urteilten die „Märkische Allgemeine“, der „Tagesspiegel“ und Spiegel-TV. Thomas Gandow, der Sektenbeauftragte der Evangelischen Kirche, bezeichnete das Fürstentum als „gefährlichen Verein“, dessen karnevalartige Tarnung die rechtsextremen Tendenzen der Akteure verschleiere. Die evangelische Kirchengemeinde des Kirchenkreises Perleberg-Wittenberge wies in einer öffentlichen Erklärung darauf hin, dass die Bezeichnung „Kirchenstaat“ historisch falsch verwendet werde und erteilte dem Wunsch der Projektinitiatoren, auch die örtliche Kirche zu erwerben, eine klare Absage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Räumung des Schlosses kam es zu einem rapiden Zerfall der Strukturen. Jessie Marsson erklärte in einem Video bei Jeet TV das Projekt in Krampfer für beendet und kündigte an, das Schloss „dem Verfall preiszugeben“. Er behauptete, alleiniger Eigentümer zu sein und über das Schicksal des Projekts eigenmächtig entscheiden zu können, was im Widerspruch zum basisdemokratischen Selbstverständnis stand. Als Grund für das Scheitern wurden interne Betrugsvorwürfe gegen einen angeblichen „Bernd Gruber“ sowie mangelndes Engagement der Mitglieder genannt. Mehrere Volksratsmitglieder, darunter Manuela Pfeifer und Thomas Patzlaff, traten zurück und beklagten mangelnde Planung und Täuschung durch die Initiatoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz des Zusammenbruchs in Brandenburg kündigten verbliebene Anhänger die Gründung einer „Exilregierung“ in Südamerika an, wobei Marsson behauptete, Grundstücke in Paraguay oder Argentinien erwerben zu wollen. Einzelne Aktivisten versuchten, das Projekt über einen Verein zur Förderung zensurfreier Medien weiterzuführen, wobei auch der Versuch unternommen wurde, neue „Ritter“ zu ernennen und virtuelle Staatsstrukturen aufrechtzuerhalten. Diese Aktivitäten blieben jedoch ohne nennenswerten Einfluss oder internationale Anerkennung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.psiram.com Psiram] – Artikel zum Fürstentum Germania und verwandten Themen&lt;br /&gt;
* [https://www.krr-faq.de KRR-FAQ] – Informationen zu Kommissarischen Reichsregierungen&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Admin</name></author>
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