<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Felix_W%C3%BCrth_AG</id>
	<title>Felix Würth AG - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Felix_W%C3%BCrth_AG"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Felix_W%C3%BCrth_AG&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-11T09:17:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Felix_W%C3%BCrth_AG&amp;diff=1009&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Felix Würth AG» angelegt/aktualisiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Felix_W%C3%BCrth_AG&amp;diff=1009&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-05-10T23:17:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Felix Würth AG» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Felix Würth AG versprach „gratis Energie“ aus Schwerkraft und Massenträgheit – und warb zehntausende Euro von Kleinanlegern ein. Messungen, Gerichtsverfahren und der finale Konkurs enthüllten das Projekt als wirtschaftlichen Totalausfall.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung, Versprechen und Marketing ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_83af2479_FelixWuerth.jpg|thumb|right|Gründung, Versprechen und Marketing]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 2000 gründete der Lkw-Unternehmer Felix Würth eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft, die „Felix Würth AG“, mit Sitz in Unterfranken. Kern der Selbstdarstellung war ein angeblicher „Trägheitsaktiver Schwungsystemerzeuger“, ein Getriebe, das nach Firmenangaben mehr mechanische Energie abgeben sollte als zugeführt wurde. Die Gesellschaft bewarb sich mit einer Patentanmeldung DE 0010003367A aus dem Jahr 2000 und versprach eine dezentrale, umweltfreundliche Stromversorgung „nur aus Schwerkraft und Massenträgheit“. Offiziell handle es sich um „regenerative Energiegewinnung“; physikalisch entsprach das Konzept dem Konstrukt eines Perpetuum Mobile. Um Risikoscheu zu beruhigen, betonte die Werbung, die Aktie werde „nicht an der Börse gehandelt, somit besteht kein Börsenrisiko“. Tatsächlich wurden die Papiere ausschließlich über Network-Marketing vertrieben. Die Leipziger SVI GmbH und ihr Geschäftsführer Gerhard Steinbach warben mehrere tausend Kleinanleger, indem sie in Hotelhinterzügen Prospekte verteilten und mit einem Tischmodell vorführten, wie „Gravitationswellen“ in nutzbare Energie umgesetzt würden. Interessenten wurden ermutigt, sich mit mindestens 450 € einzukaufen und weitere Käufer zu werben, wofür sie Courtage erhielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Staatsanwaltschaft und erste Messergebnisse ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_83af2479_320px-W_C3_BCrth2.jpg|thumb|left|Staatsanwaltschaft und erste Messergebnisse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 2002 meherten sich interne Zweifel. Einige Aktionäre forderten eine neutrale Messung, wollten das angebliche Fahrrad-Modell (80 km/h mit „wenig Kraftaufwand“) sehen oder verlangten den von der Werbung angekündigten TÜV-Bericht. Termine wurden wiederholt verschoben, Messgeräte seien „nicht kompatibel“, ein Besuch koste künftig 5.000 € in Genussscheinen. Im Juli 2005 kam es dennoch zu einem Test: Der Vorstand der Global Scaling Technology AG aus der Schweiz, ihr leitender Ingenieur und ein deutscher Universitätsprofessor für Messtechnik untersuchten eine der Maschinen in Würths Werkstatt. Das Protokoll zeigte keinerlei Überschussleistung; die Anlage arbeitete wie ein konventionelles System mit deutlichem Energieverlust. Parallel dazu lief seit Anfang 2004 ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Würzburg wegen Anlagebetrugs. Beamte beschlagnahmten Geschäftsunterlagen, Akten zu den Patentanmeldungen sowie die zentrale Kundenliste. Die Vorstände Rudolf Leicht und Felix Würth mussten sich mehrfach vernehmen lassen. Obwohl das Verfahren später eingestellt wurde, war die Reputation der AG ruiniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzielle Folgen für Anleger und Konkurs ==&lt;br /&gt;
Nach den negativen Messergebnissen bröckelte das Vertriebssystem. Neue Gelder flossen nicht mehr, laufende Kosten für Miete, Personal und Prototypen konnten nicht gedeckt werden. Im Geschäftsjahr 2005 meldete die Felix Würth AG Zahlungsunfähigkeit; ein Insolvenzverfahren eröffnete. Die gezeichneten Aktien und Genussscheine – alle nicht börsennotiert und damit nahezu unveräußerlich – verloren binnen Monatsfrist ihren gesamten Nennwert. Betroffen waren nach Angaben des späteren Insolvenzverwalters mehrere hundert Anleger mit einer Gesamtverbindlichkeit von mindestens 15 Millionen Euro. Einzelne Investoren hatten – wie der später dokumentierte Erfahrungsbericht eines Hamburger Käufers zeigt – Beträge zwischen 10.000 € und 50.000 € eingezahlt, oft aus Erbschaften oder Altersvorsorge. Die Rückzahlungsquote belief sich auf null Prozent, denn die AG hinterließ keine verwertbaren Maschinen oder Immobilien: Die „Forschungsgeräte“ erwiesen sich als handelsübliche Elektromotoren mit Zusatzgewichten, der Firmensitz war nur gemietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Versuche der Rettung und personelle Umbesetzung ==&lt;br /&gt;
Noch während der Insolvenzphase versuchten Mitglieder der SVI GmbH eine Rettungsgesellschaft „ENERG AG“ zu gründen, um Würths angebliche Erfindung aus der Altgesellschaft herauszulösen und unter neuer Führung weiter zu vermarkten. Vertragsverhandlungen mit der Global Scaling Technologies AG liefen ebenfalls, scheiterten aber an deren Bedingung, erst weitere funktionsfähige Prototypen zu sehen. Im Sommer 2004 trat Rudolf Leicht als Vorstand zurück; ein junger Unternehmer aus Berlin, zuvor in der Gebäudeentfeuchtung tätig, übernahm formell die Geschäftsführung. Interne Protokolle spiegeln Krisensitzungen wider: Es fehlte an Brandschutzvorschriften in der Fertigungshalle, die Patente waren mangels Gebührenzahlung ausgelaufen, und eine Universität untersagte weiterhin, den Namen des Instituts in Werbeunterlagen zu nutzen. Trotzdem kündigte Felix Würth auf einer Aktionärsversammlung einen „Wirkungsgrad von mehr als 99 %“ an, wollte sich aber nicht zu konkreten Messwerten äußern. Die Rettung blieb aus, die ENERG AG wurde nie eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Netzwerke, Medien und langfristige Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Über die Jahre bestanden enge Kontakte zu anderen Szene-Projekten: Alfred Evert, der ein Perpetuum Mobile nach dem Vorbild des 1714 verstorbenen Johann Bessler rekonstruieren wollte, zitierte Würth in seinen Publikationen; das Institut für Raumenergieforschung (IREF) sowie der Ehlers Verlag stellten Werbeartikel bereit. Auch die Zeitschriften „Kent-Depesche“ und „Raum &amp;amp; Zeit“ berichteten mehrfach, ohne kritische Distanz. Für Betrugsforscher wird der Fall Würth deshalb als Lehrbeispiel für das Zusammenspiel von Pseudowissenschaft, Kleinverlagen und Network-Marketing gewertet. Die Geschichte wiederholt sich in neuen Varianten: Seit 2010 tauchen Online-Plattformen auf, die mit ähnlichen „Freien-Energie-Maschinen“ werben – ebenfalls nicht börsennotiert, ebenfalls mit Kaufoptionen für Privatanleger. Die Felix Würth AG steht damit stellvertretend für eine ganze Reihe von Projekten, die physikalische Grundlagen ignorieren und letztlich zu Lasten finanziell wenig erfahrener Kleinanleger enden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [http://www.evert.de/eft377e.htm Dokumentation verschiedener Perpetuum-Mobile-Projekte (Evert)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# [http://www.wuerth-ag.com Ehemalige Firmenhomepage (nicht mehr erreichbar)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strukturvertrieb]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
	</entry>
</feed>