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	<title>Gabriel-Chip - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T11:26:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Gabriel-Chip&amp;diff=841&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Gabriel-Chip» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:11:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Gabriel-Chip» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Ein aufgeklebter Metallfunken soll Handystrahlung neutralisieren – das verspricht der Gabriel-Chip. Hersteller und Vertriebspartner verweisen auf Laborstudien, unabhängige Überprüfungen zeigen dagegen keine Wirksamkeit.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Produkt und Marktauftritt ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_ea7e5521_320px-Gabriel_Tech.jpg|thumb|right|Gabriel Tech.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gabriel-Chip ist eine aluminiumbedampfte, selbstklebende Folie, die auf Mobiltelefone geklebt wird. Die Gabriel-Tech GmbH mit Sitz in Kelkheim (Taunus) vertreibt das Produkt seit 2002 für 30 bis 60 Euro. Geschäftsführer Gerd Lehmann betreibt an derselben Adresse eine Arbeitsbühnen-Vermietung; dort fanden später EEG-Messungen statt. Das Unternehmen bezieht sich auf das Patent AT 409 930 B, das ein Herstellverfahren schützt, jedoch keine therapeutische oder strahlungsmindernde Wirkung garantiert. Namensgeber war Franz Gabriel (1930-2009), ein österreichischer Erfinder, der zuletzt nicht mehr am Vertrieb beteiligt war. Mitgründer Harry Roos ist über die CIM Consilium Integrative Medizin GmbH mit dem Alternativmedizin-Lobbyisten Ralf Kollinger verbunden. Ein Beirat mit Namen wie Joachim Mutter, Juliane Sacher, Hans Tolzin und Petra Bracht berät das Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Studien und Gutachten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_ea7e5521_320px-Gabriel_Chip_Gabriel_Tech.jpg|thumb|left|Wissenschaftliche Studien und Gutachten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hersteller listet auf seiner Website zahlreiche positive Gutachten. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) fand 2004 in Labormessungen keine Verringerung der spezifischen Absorptionsrate (SAR); teils stieg der Wert sogar leicht an. Jiri Silny, damals Leiter des Forschungszentrums für Elektromagnetische Umweltverträglichkeit an der RWTH Aachen, konnte mit einem Geomagnetometer keine Veränderung des Erdmagnetfelds durch ein mit Chip versehenes Handy feststellen. Eine 2018 erschienene EEG-Studie der Universität Mainz kam zu dem Schluss, dass der Chip erhöhte Hirnaktivität unter Mobilfunkbelastung reduziere. Die randomisierte Doppelblindstudie mit 30 Probanden wurde von der Schweizer Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) finanziert, deren Stiftungsrat Andreas Hefel gleichzeitig Geschäftsführer von Gabriel-Tech Swiss und der Nahrungsergänzungsmittel-Firma Hepart ist. Cochrane Österreich monierte unvollständige Angaben zur Methodik und die geringe Fallzahl. Der Mobilfunkkritiker Dimitris J. Panagopoulos bemängelte fehlende EMF-Messungen und die ausschließlich grafische Darstellung der Ergebnisse. Die Zeitschrift Frontiers in Neuroscience veröffentlichte die Arbeit; der Open-Access-Verlag galt zeitweise als „predatory publisher“, weil interne Systeme Ablehnungen von Gutachtern erschweren sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Netzwerk aus Firmen, Stiftungen und Verbänden ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_ea7e5521_320px-Gabriel_Unternehmensgruppe_Harry_Roos_2018.jpg|thumb|right|Netzwerk aus Firmen, Stiftungen und Verbänden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harry Roos präsentierte 2018 auf einem Symposium des NHK-Instituts für integrative Naturheilkunde eine Liste von Partnern, die er zur „Gabriel-Unternehmensgruppe“ zählt. Dazu zählen die Gabriel-Tech GmbH, die AquaSan-Tech GmbH, die Schweizer Hepart AG, der Werbedienstleister Taramax, die Salusmed AG sowie die Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU). Weitere Kooperationen bestehen zur Geophysikalischen Forschungsgruppe e. V. (GFG), dem Ingenieurbüro Michael Baacke, der ROM-Elektronik GmbH von Robert Mayr und dem Institut für Biosensorik und bioenergetische Umweltforschung (IBBU) in Lieboch. Letzteres unterstützte zahlreiche Produkte mit positiven Gutachten, ohne dass unabhängige Replikationen vorliegen. Die GFG e. V. war maßgeblich an der Finanzierung der Mainzer EEG-Studie beteiligt; Vereinsvorsitzender war zuletzt der Botaniker Gunter M. Rothe von der Universität Mainz. Die enge Verflechtung von Finanzierung, Begutachtung und Vermarktung führte wiederholt zu Kritik an möglichen Interessenkonflikten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsstreit und Medienberichterstattung ==&lt;br /&gt;
Nachdem ein Blogger die Wirksamkeit des Chips in Frage stellte, erwirkte Gabriel-Tech eine einstweilige Verfügung und klagte daraufhin auf Unterlassung. Die Sendung „RTL explisiv“ widmete dem Chip 2017 einen Beitrag („Elektrosmog beim Autofahren“), der mittlerweile nur noch in Kurzfassung beim Sender archiviert ist; Kopien sind auf Video-Plattformen zirkuliert. Das ARD-Magazin „Ratgeber Technik“ zeigte 2004 Testergebnisse, die keine Minderung der Strahlung belegten. Zeit Online zitierte 2004 das Deutsche Patentamt mit dem Hinweis, dem Amt sei der Wirkmechanismus unbekannt; ein Patent schütze lediglich ein Verfahren, nicht dessen medizinische Wirkung. Das österreichische Amtsblatt für Natur- und Umweltschutz in Linz hatte den Chip zuvor nach einer eigens entwickelten Messmethode für wirksam erklärt; der zuständige Abteilungsleiter Walter Medinger war gleichzeitig Vorstand der „Gabriel-Forschungsgesellschaft“. Die Stadtverwaltung Linz billigte die Einschätzung nicht, Medinger verließ das Amt und gründete später mit Wolfgang Homann das Unternehmen IIREC, das wiederum weitere Gutachten für den Chip erstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertung durch Fachinstitutionen ==&lt;br /&gt;
Das Bundesamt für Strahlenschutz führt den Gabriel-Chip in seiner Auflistung von „Produkten zum angeblichen Schutz vor hochfrequenter Strahlung“, bei denen „keine Wirksamkeit nachgewiesen“ werden konnte. Die österreichische Gesundheitsbehörde sieht in der verwendeten EAV-Messung (Elektroakupunktur nach Voll) keine validierte Methode, weil die Existenz der gemessenen „Meridiane“ in der wissenschaftlichen Medizin nicht anerkannt ist. Die Europäische Sicherheitsbehörde für Lebensmittel (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben sich zu dem Produkt nicht geäußert, da es nicht dem Lebensmittel- oder Arzneimittelbereich zuzuordnen ist. Zusammenfassend zeigen unabhängige Laboruntersuchungen seit 2004 konsistent, dass die aufgebrachte Folie die von Handys abgegebene hochfrequente Strahlung weder absorbiert noch reflektiert. Die in einer kleinen EEG-Studie beobachteten Unterschiede konnten bisher nicht repliziert werden und stehen im Verdacht, durch unzureichende Kontrolle von Placebo-Effekten oder durch finanzielle Interessen verzerrt zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [https://www.bfs.de/DE/themen/emf/kompetenzzentrum/forschung/mobilfunk/mobilfunk_node.html BfS-Übersicht zu Strahlenschutzprodukten]&lt;br /&gt;
# [https://doi.org/10.3389/fnins.2018.00190 Studie in Frontiers in Neuroscience]&lt;br /&gt;
# [https://www.medizin-transparent.at/waveex Kritik von Cochrane Österreich]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* [https://doi.org/10.3389/fnins.2018.00190 D. Henz, W. I. Schöllhorn, B. Poeggeler: Mobile Phone Chips Reduce Increases in EEG Brain Activity Induced by Mobile Phone-Emitted Electromagnetic Fields. Frontiers in Neuroscience, 2018]&lt;br /&gt;
* [https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2019.02.344 D. J. Panagopoulos, G. P. Chrousos: Shielding methods and products against man-made Electromagnetic Fields: Protection versus risk. Science of The Total Environment, 2019]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Esoterik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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