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	<title>Karma - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T09:17:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Karma&amp;diff=994&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Karma» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:17:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Karma» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Prinzip von Karma durchzieht hinduistische, buddhistische und jainistische Traditionen ebenso wie moderne Esoterik und Alternativmedizin. Es wird als Gesetz von Ursache und Wirkung verstanden, das über einzelne Lebenszeiten hinweg wirkt und so individuelles wie kollektives Schicksal formt.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religiöse Herkunft und zentrale Vorstellung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_21addc8b_320px-Trutz_Hardo_Jedem_das_seine.jpg|thumb|right|Religiöse Herkunft und zentrale Vorstellung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Karma leitet sich aus dem Sanskrit karman ab und bedeutet wörtlich „Tat“, „Werk“ oder „Handlung“. Im Veden-Hinduismus, Jainismus und Buddhismus ist Karma ein Schlüsselelement des Glaubens an Samsāra, den Zyklus aus Geburt, Tod und erneuter Geburt. Jede bewusste Handlung hinterlässt eine geistige Spur, die früher oder später eine entsprechende Wirkung auslöst. Positive Taten fördern angenehme Verhältnisse in zukünftigen Daseinsformen, negative Taten erschweren sie. Das ultimative Ziel vieler indischer Religionen ist es, durch vollständige Auflösung aller karmischen Reste die Befreiung (Moksha) zu erreichen und so das Rad der Wiedergeburten zu verlassen. Im Buddhismus unterscheidet man zusätzlich zwischen individuellem Karma und kollektivem Karma, das Familien, Gemeinden oder ganze Nationen betreffen kann. Diese Differenzierung erlaubt es, gemeinschaftliche Ereignisse wie Kriege oder Naturkatastrophen als Ergebnis gemeinschaftlicher vergangener Handlungen zu deuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karma als Rechtfertigung sozialer Ordnung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_21addc8b_320px-Trutz_Hardo_das_grosse_Karmahandbuch.jpg|thumb|left|Karma als Rechtfertigung sozialer Ordnung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der praktischen Religionsgeschichte diente das Karma-Konzept wiederholt zur Stabilisierung bestehender Machtverhältnisse. Besonders deutlich wird das im Hinduismus: Wer in einer niedrigen Kaste geboren wird, gilt als Verdienstler früherer Verfehlungen; wer zur Priester- oder Kriegerkaste gehört, kann dies als Ausweis positiver Vorleben werten. Die soziale Mobilität wird dadurch religiös unterfüttert, da Aufstieg erst in künftigen Existenzen möglich erscheint. Kritiker sprechen von einer „Kaste-Ideologie“, die Leid legitimieren und von konkreten Reformen ablenken kann. Parallelen lassen sich bis ins 20. Jahrhundert ziehen: Der Reinkarnationstheoretiker Trutz Hardo erklärte beispielsweise den Tod einer Mutter samt ihrer Kinder durch einen betrunkenen Autofahrer als „karmisch gewollt“ und machte die Opfer so mitschuldig am eigenen Schicksal. Solche Deutungen verlagern Verantwortung vom Täter auf das Opfer und stellen ethische Fragen an den Umgang mit dem Kausalitätsprinzip.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Karma in Esoterik und Alternativmedizin ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_21addc8b_320px-Rudolf_Steiner_Karma_und_Epidemien.jpg|thumb|right|Karma in Esoterik und Alternativmedizin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 19. Jahrhundert flößten westliche Theosophen wie Helena Blavatsky dem Karmagedanken ein europäisches Gewand. Rudolf Steiners Anthroposophie übernahm die Vorstellung und verband sie mit Evolution und Individualpsychologie. In der Gegenwart findet sich Karma auf Esoterikmessen ebenso wie in alternativmedizinischen Angeboten: „Karmanalysen“ versprechen Aufschluss über belastende Handlungen früherer Leben, „Karma-Ablösungen“ sollen Blockaden in Geld-, Liebes- oder Gesundheitsfragen lösen, und ayurvedische Pancha-Karma-Kuren verbinden Entschlackung mit spiritueller Erneuerung. Methoden wie „Karma Clearing“ nach Peter Breidenbach oder die markenrechtlich geschützte „Elph-Therapie“ mit ihrer „karmischen Ursachendiagnostik“ gehen noch weiter: Sie lokalisieren angebliche Schuldenergien und bieten Rituale zu deren Auflösung an. Wissenschaftliche Belege für Wirksamkeit fehlen, doch die Nachfrage ist kontinuierlich hoch, wie regelmäßige Seminare und Fernkurse zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kollektives Karma und Holocaust-Deutungen ==&lt;br /&gt;
Die These, gemeinsames Leid beruhe auf gemeinsamem Karma, wurde wiederholt zur Relativierung historischer Verbrechen verwendet. Der 1996 erschienene Band „Jedem das Seine“ des Autors Trutz Hardo beanspruchte, Auschwitz als „welthistorisches Ausgleichen“ früherer jüdischer Vergehen zu verstehen. Die Formulierung „Die meisten, die vergast wurden, mussten durch diesen Gewalttod noch nicht ausgeglichenes Karma abtragen“ führte 1998 zu einer Verurteilung wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener; das Buch wurde verboten. Auch der tibetische Lama Lati Rinpoche, Berater des Dalai Lama, äußerte in einem Interview, die Opfer des Holocaust müssten „die Konsequenzen ihrer Handlungen aus früheren Leben“ erfahren und verwies auf kollektives Karma ganzer Gruppen. Solche Interpretationen stoßen auf scharfe Kritik, weil sie historische Täterstrukturen leugnen und Leidende erneut stigmatisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Populärkultur und „Instant Karma“ ==&lt;br /&gt;
Abseits religiöser Lehre hat sich der Begriff Karma in der westlichen Populärkultur verfestigt. Die Redewendung „Instant Karma“ tauchte erstmals durch ein Lied von John Lennon auf und kursiert heute vor allem in sozialen Netzwerken: Videos zeigen, wie Randalierer sofort nach ihrer Tat stolpern oder Autofahrer, die Radfahrer schneiden, prompt einen Unfall bauen. Die Botschaft suggeriert eine schicksalhafte Gerechtigkeit, die unmittelbar eingreift. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass es sich meist um zufällige Ereignisse handelt und positive sofortige Belohnungen kaum thematisiert werden. Psychologen deuten die Faszination für „Instant Karma“ als Wunsch nach einer moralisch geordneten Welt, in der böses Handeln unverzüglich geahndet wird. Die Kurzschlussfolgerung von Glück oder Unglück auf vermeintliche Vorleben bleibt jedoch spekulativ und verdrängt oft komplexere gesellschaftliche Ursachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Die meisten, die vergast wurden, mussten durch diesen Gewalttod noch nicht ausgeglichenes Karma abtragen ... Auschwitz könne man ... im Grunde genommen ein welthistorisches Ausgleichen vorvergangener Vergehen nennen. — Trutz Hardo, Jedem das Seine&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;The proper Buddhist answer to such a question is that the victims were experiencing the consequences of their actions performed in previous lives. — Lati Rinpoche im Interview mit Richard P. Hayes, Land of No Buddha&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [http://www.sektenwatch.de/drupal/sites/default/files/files/MenschenbilderSchumann.pdf Rainer Schumann: Westliches und fernöstliches Menschenbild im Vergleich. Fachvortrag bei der Elterninitiative zur Hilfe gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus e.V. (PDF), 2007]&lt;br /&gt;
# [https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/karma-und-endloesung/ Jüdische Allgemeine: Karma und Endlösung]&lt;br /&gt;
# [https://hpd.de/artikel/moderne-esoterik-hitler-und-den-holocaust-verharmlost-15931 Humanistischer Pressedienst: Moderne Esoterik – Hitler und den Holocaust verharmlost]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# [https://www.sueddeutsche.de/kultur/rechtsextreme-esoterik-arier-im-mikrowellen-krieg-1.607069-2 Süddeutsche Zeitung: Rechtsextreme Esoterik – Arier im Mikrowellen-Krieg]&lt;br /&gt;
# [https://www.psiram.com/de/index.php/Karma#cite_ref-2 Trutz Hardo: Jedem das Seine, Silberschnur-Verlag]&lt;br /&gt;
# [https://www.psiram.com/de/index.php/Karma#cite_ref-3 Richard P. Hayes: Land of No Buddha: Reflections of a Sceptical Buddhist, Windhorse Publications 1998]&lt;br /&gt;
# [https://www.youtube.com/watch?v=4OC8A-A7Vh4 YouTube-Video zu Instant-Karma-Szenen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Esoterik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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