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	<title>Krebsdiät nach Coy - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T08:33:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Krebsdiät nach Coy» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:49:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Krebsdiät nach Coy» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Die sogenannte Coy-Diät verspricht, Krebszellen durch kohlenhydratarme Ernährung auszuhungern. Doch die wissenschaftliche Evidenz fehlt, Fachgesellschaften warnen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundprinzip: Kohlenhydratreduktion als Therapieansatz ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_adcddf52_300px-CoyBild.jpg|thumb|right|Grundprinzip: Kohlenhydratreduktion als Therapieansatz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ernährungskonzept des Biologen Johannes Coy aus Darmstadt basiert auf der Annahme, dass sich Tumorzellen primär über Glukose („Traubenzucker“) ernähren und durch deren Entzug geschwächt werden könnten. Die Diät sieht daher eine deutliche Reduktion der täglichen Kohlenhydrataufnahme auf 60–70 g vor. Gleichzeitig wird der Konsum von Fleisch, Fisch und ungesättigten Fettsäuren aus Lein-, Hanf- oder Rapsöl sowie Kaltwasserfischen wie Hering oder Lachs empfohlen. Milchsäurehaltige, vergorene Lebensmittel sollen zusätzlich den angeblichen Gärungsstoffwechsel der Tumorzellen hemmen. Das Konzept ähnelt damit ketogenen oder low-carb-Ernährungsformen, die sonst zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Verzichtet wird laut Coy unter anderem auf Nudeln, Kartoffeln, Bananen und Käse. Der Autor postuliert, dass diese Ernährungsweise nicht nur Krebszellen „aushungert“, sondern auch Metastasen, Tumorkachexie und Nebenwirkungen von Chemotherapien vermindern könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== TKTL1-Gen als zentraler Baustein ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_adcddf52_300px-Coy2.jpg|thumb|left|TKTL1-Gen als zentraler Baustein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentrale Rolle im Coy-Konzept spielt das von ihm 1995 beschriebene Gen TKTL1 (Transketolase-like-1). Coy behauptet, dessen Aktivität mache Tumoren besonders aggressiv und befähige sie zur sogenannten aeroben Glykolyse, also zur Gewinnung von Energie durch Zuckerabbau ohne Sauerstoff. Um festzustellen, ob ein Tumor für die Diät angeblich „empfindlich“ ist, empfiehlt Coy einen Bluttest (EDIM-TKTL1-Test), der von der Firma biovis’ Diagnostik MVZ GmbH in Limburg-Offheim angeboten wird. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) stuft dieses Verfahren jedoch als nicht validiert ein: Es liege kein prospektiv kontrollierter Nachweis für eine diagnostische oder prognostische Aussagekraft vor. Auch die Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRiO) der DKG empfiehlt den Test weder zur Früherkennung noch zur Verlaufsbeurteilung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Bewertung und Risiken ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_adcddf52_300px-TKTL1.jpg|thumb|right|Wissenschaftliche Bewertung und Risiken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bislang existieren keine randomisierten klinischen Studien, die eine überzeugende Wirksamkeit der Coy-Diät bei Krebspatienten belegen. Die Deutsche Krebsgesellschaft kommt in ihrer Stellungnahme daher zu dem eindeutigen Schluss: „Eine Anwendung der ‚Anti-TKTL1-Diät‘ kann nicht empfohlen werden“. Kritisiert wird unter anderem, dass der menschliche Körper auch bei völligem Verzicht auf zuckerhaltige Nahrungsmittel selbst etwa 200 g Glukose täglich über die hepatische Glukoneogenese produziert – ein halbes Kilogramm Tumorgewebe verbraucht dagegen nur rund ein Gramm Zucker pro Tag. Eine „zuckerfreie“ Kost kann diesen Bedarf daher nicht relevant senken. Hinzu kommt, dass epidemiologische Daten einen Zusammenhang zwischen Diabetes und erhöhtem Krebsrisiko lediglich für bestimmte Insulinpräparate, nicht aber für moderat erhöhte Blutzuckerwerte generell belegen. Die Annahme, Tumorzellen könnten durch Kohlenhydratverzug systemisch „ausgehungert“ werden, widerspricht aktuellen biochemischen Erkenntnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medienresonanz und wirtschaftliche Interessen ==&lt;br /&gt;
Ein breites Publikum erreichte die Coy-Diät im September 2009 durch mehrere Artikel in der Bild-Zeitung sowie in Unterhaltungsmagazinen wie Bunte, Gong und Bella. Die Berichte zitierten teils Prominente, die das Prinzip lobten, ohne jedoch Studienbelege zu nennen. Der Südwestrundfunk (SWR) kommentierte das Konzept in der Sendung „Treff nach drei“ kritisch: „Was die größte deutsche Boulevardzeitung da – wieder mal – schreibt, hat mit dem Krebsforschungszentrum und seriöser Forschung nichts zu tun“. Tatsächlich arbeitete Coy von 1990 bis 2001 am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg; die Institution distanzierte sich jedoch öffentlich von seinen späteren Ernährungsempfehlungen. 2008 gründete Coy die Tavarlin AG, die neben Diagnostik-Produkten auch kohlenhydratarme Lebensmittel wie Brot, Wurst, Marmelade und Kekse vertreibt. Das Unternehmen fungiert als „exklusiver Partner“ des Labors, das den TKTL1-Test anbietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regulatorische Einschätzung und Patentaktivitäten ==&lt;br /&gt;
Coy hält mehrere Patente im Umfeld des TKTL1-Gens, darunter EP 1972209 für ein kohlenhydratarmes Getränk mit Milchsäurezusatz und US 2008/0095703 A1 für ein Verfahren zur Kontrolle der Milchsäuregärung. Die Tavarlin AG bewirbt diese Produkte gezielt für Menschen mit Krebsdiagnose. Allerdings wurden weder die Diät noch der EDIM-TKTL1-Test von der zuständigen Bundesoberbehörde oder internationalen Fachgesellschaften als sichere oder wirksame Maßnahme anerkannt. Experten fürchten, dass Patienten durch die Hoffnung auf eine „risikofreie“ Ernährungstherapie möglicherweise von einer evidenzbasierten onkologischen Behandlung abhalten oder begleitende Maßnahmen wie ausreichende Eiweiß- und Energiezufuhr vernachlässigen könnten – ein Aspekt, der gerade bei Tumorkachexie lebenswichtig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [https://www.krebsgesellschaft.de Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft zur TKTL1-Diät]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* J. Hübner, K. Münstedt: Alternative Therapien in der Onkologie. Können sie die konventionelle Medizin ersetzen? Der Onkologe, 2009;15(9):912&lt;br /&gt;
* Johannes F. Coy, Maren Franz: Die neue Anti-Krebs-Ernährung. Gräfe und Unzer, 2009&lt;br /&gt;
* Johannes Coy, Maren Franz: Die neue Anti-Krebs-Ernährung: Wie Sie das Krebs-Gen stoppen. Gräfe und Unzer, 2012&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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