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	<title>Kreuz.net - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T09:17:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Kreuz.net&amp;diff=1454&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Kreuz.net» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:43:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Kreuz.net» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Portal Kreuz.net trat von 2004 bis 2012 als katholische Nachrichtenseite auf, wurde jedoch von Behörden wegen rechtsextremer, antisemitischer und homophober Inhalte überwacht. Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Beschlagnahmungen führten zum Ende des Angebots.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung, Selbstdarstellung und inhaltliche Ausrichtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_1ca5daab_300px-Kreuznet-logo.png|thumb|right|Entstehung, Selbstdarstellung und inhaltliche Ausrichtung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seite kreuz.net ging im Oktober 2004 online und präsentierte sich als „Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee“. Im Impressum nannte sie als Verantwortlichen ein „Sodalicium für Religion und Information“ mit Postanschrift in El Segundo, Kalifornien. Tatsächlich veröffentlichte das Portal Texte, die laut Verfassungsschutz und Gerichtsakten wiederholt die Grenze zum Straftatbestand der Volksverhetzung überschritten. Schwerpunkte waren aggressiver Antisemitismus, Ablehnung von Ökumene und Religionsfreiheit, Homophobie, Frauenfeindlichkeit sowie die Verbreitung von Holocaustleugnung. Dabei bediente sich die Redaktion polemischer Diffamierung, etwa gegen den Basler Bischof Felix Gmür oder gegen die Organisation Opus Dei, die als „konturenlos und anpasserisch“ geschmäht wurde. Die inhaltliche Nähe zur Piusbruderschaft und zu Personen wie dem Holocaustleugner Richard Williamson war für Beobachter unverkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Autorenschaft und Vernetzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_1ca5daab_500px-Kreuznez-neu.jpg|thumb|left|Autorenschaft und Vernetzung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrzahl der Beiträge erschien ohne Autorennennung; einige Texte trugen jedoch bekannte Namen. Der als „Pornojäger“ bezeichnete Aktivist Martin Humer veröffentlichte hier ebenso wie der später wegen Volksverhetzung verurteilte Holocaustleugner Johannes Lerle. Politiker der rechtsgerichteten Gruppierungen Pro Köln und Pro NRW, darunter deren Vorsitzender Markus Beisicht und die Kölner Stadträtin Regina Wilden, lieferten Artikel. Auch der ehemalige FPÖ-Politiker Ewald Stadler, der österreichische CPÖ-Bundesobmann Alfons Adam sowie der Sedisvakantist Rolf Hermann Lingen gehörten zu den wiederkehrenden Autoren. Texte von Mahmud Ahmadinedschad, von der Psychotherapeutin Christa Meves und von Christian Bärthel, einem Aktivisten einer selbsternannten „kommissarischen Reichsregierung“, vervollständigten das Spektrum. Zudem wurden Beiträge verstorbener Personen wie Charles de Foucauld, Edgar Julius Jung, Joseph Goebbels und Heinrich Himmler archiviert und zitiert. Die Plattform sicherte ihren Informanten strikte Anonymität zu und wechselte wiederholt Hoster und Domain-Registrar, um rechtliche Zugriffe zu erschweren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einstufung durch Behörden und juristische Schritte ==&lt;br /&gt;
Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte kreuz.net als „teilweise antisemitisch und muslimfeindlich“ ein. Präsident Heinz Fromm erklärte auf Anfrage des Grünen-Politikers Volker Beck, zahlreiche Inhalte seien „nicht vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt“. Die Prüfung erfolgte durch die Abteilung Rechtsextremismus. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indizierte mehrere Texte wegen Holocaustleugnung; sie durften in Deutschland weder beworben noch Jugendlichen zugänglich gemacht werden. Die Berliner Staatsanwaltschaft leitete 2012 ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung ein, die Wiener Behörde ermittelte ebenfalls. Im August 2013 beschlagnahmte die österreichische Polizei die Server. Bereits 2008 war ein Verfahren wegen mangelnder Auslandsrechtsbeihilfe eingestellt worden; die Betreiber blieben zunächst anonym.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenproteste, Medienreaktion und Ende des Angebots ==&lt;br /&gt;
Initiativen wie „Stoppt Kreuz.net!“ und die Satireseite „Kreuts.net“ dokumentierten Inhalte und versuchten, Hintermänner zu identifizieren. Nachdem kreuz.net im Oktober 2012 homophobe Hetze gegen den verstorbenen Entertainer Dirk Bach verbreitete, setzte der Berliner Bruno-Gmünder-Verlag ein Kopfgeld von 15.000 Euro für sachdienliche Hinweise aus. Am 2. Dezember 2012 ging das Portal offline; Autor Thomas Lachetta kündigte eine Rückkehr „noch vor Weihnachten“ an, was jedoch ausblieb. Google hatte einzelne Artikel mit Nazi-Symbolik bereits 2007 aus dem deutschen Index entfernt. Die katholische Kirche distanzierte sich wiederholt: Deutsche und österreichische Bischofskonferenzen, Radio Vatikan sowie mehrere einzelne Bistümer erklärten, kreuz.net stehe nicht in ihrem Auftrag. Beobachter wiesen jedoch darauf hin, dass interne Kircheninformationen in den Texten auftauchten, was auf Informanten aus konservativen Kreisen schließen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachfolgeprojekte und Nachwirkungen ==&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 2013 erschien die Nachfolgeseite kreuz-net.info, optisch und inhaltlich nahezu identisch. Als Betreiber firmierte der in rechtsextremen Zusammenhängen bekannte Günther Schneeweiß-Arnoldstein aus Wien. Auch dieses Angebot verschwand bald wieder; unter kreuz-net.at ging eine weitere Variante online, die ebenfalls Schneeweiß-Arnoldstein als Verantwortlichen nannte. Parallel existierte lange Zeit das Blog katholisches.info, das ebenfalls traditionalistische Positionen vertrat und EU-kritische sowie ausländerfeindliche Texte veröffentlichte. Ob die genannten Redakteure Linus Schneider und Giuseppe Nardi reale Personen oder Pseudonyme sind, blieb ungeklärt. Die Inhalte der ursprünglichen Domain wurden teils unter Creative-Commons-Lizenzen weiterverbreitet, was eine nichtkommerzielle Nutzung bei Namensnennung erlaubte; Bildrechte wurden jedoch häufig nicht korrekt ausgewiesen. Die Geschichte von kreuz.net zeigt, wie religiöse Rhetorik mit rechtsextremer Ideologie verschmolz und wie schwierig sich juristische Gegenmaßnahmen gegen anonym betriebene Hetzsites gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [https://www.berliner-zeitung.de Berliner Zeitung: Fundamentalisten im Netz]&lt;br /&gt;
# [https://www.spiegel.de Spiegel Online: Verfassungsschutz brandmarkt kreuz.net]&lt;br /&gt;
# [https://derstandard.at Standard: Verfassungsschutz-Einstufung als teilweise antisemitisch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* [https://www.politische-bildung-brandenburg.de Gebhard Schultz: kreuz.net – rechtsextreme Katholiken im Internet]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# [http://www.rechtsanwaltmoebius.de/urteile/urteil-volksverhetzung.pdf Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth, Aktenzeichen 11 Ns 404 Js 45504/2006]&lt;br /&gt;
# [http://www.sueddeutsche.de/politik/ultrakatholische-hetzseite-verfassungsschutz-brandmarkt-kreuznet-1.1321684 Süddeutsche Zeitung online, 29. März 2012]&lt;br /&gt;
# [http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kreuz-net-katholisches-hetzportal-ist-offline-a-870526.html Spiegel Online: kreuz.net offline]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsextremismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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