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	<title>Ryke Geerd Hamer und Antisemitismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T08:33:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Ryke Geerd Hamer und Antisemitismus» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:39:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Ryke Geerd Hamer und Antisemitismus» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Ryke Geerd Hamer verband seine „Germanische Neue Medizin“ mit weitreichenden antisemitischen Verschwörungstheorien. In Büchern, Briefen und Interviews behauptete er unter anderem, jüdische Ärzte würden Nichtjuden systematisch mit Chemotherapie ausrotten. Die rechtsextreme Szene griff diese Inhalte auf.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Offene Briefe als zentrale Bühne für antisemitische Aussagen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_157d076e_300px-Hamer2.jpg|thumb|right|Offene Briefe als zentrale Bühne für antisemitische Aussagen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Mitte der 1990er Jahre veröffentlichte Ryke Geerd Hamer zahlreiche offene Briefe, in denen er seine pseudomedizinische Lehre mit antisemitischen Verschwörungserzählungen verband. Die Texte erschienen zunächst auf den Websites seines engsten Mitstreiters Helmut Pilhar; nachdem 2007 die Staatsanwaltschaft Cottbus wegen Volksverhetzung ermittelte, wurden viele Dokumente gelöscht und sind heute nur noch über Web-Archive zugänglich. In den Schreiben behauptete Hamer, jüdische Ärzte behandelten ihre eigenen Patienten nach der „Germanischen Neuen Medizin“ und erreichten bei Krebserkrankungen Überlebensraten von 98 bis 99 Prozent, während Nichtjuden gezielt mit Chemotherapie umgebracht würden. Zahlen des israelischen Gesundheitsministeriums zeigen jedoch nur geringe, sozial bedingte Unterschiede in den Krebsprognosen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Israelis; eine besondere Verbreitung der GNM in Israel ist nicht belegt. Hamer sah in dieser angeblichen Praxis ein weltweites „Ausrottungsprogramm aus religiösem Wahn“ und unterstellte jüdischen Gremien, die Entwicklung gezielt zu verschweigen. Die These, dass islamische Onkologen dieselben Therapiestandards wie israelische Kollegen anwenden und deshalb kaum einer jüdischen Loge unterstehen dürften, ließ er unkommentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Holocaustleugnung und geschichtsrevisionistische Behauptungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_157d076e_300px-Chemoholocaust.jpg|thumb|left|Holocaustleugnung und geschichtsrevisionistische Behauptungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Interviews und Gesprächen leugnete Hamer wiederholt den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Juden. Bereits 1995 erklärte er laut einem Bericht der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ gegenüber einer Patientin, die ermordeten Juden lebten „unter anderem Namen“ und ließen „sich gut gehen auf Kosten des deutschen Volkes“. Ein 2006 auf Italienisch erschienenes Interview zitiert ihn mit den Worten: „Ich glaube noch nicht einmal an den Holocaust, jedenfalls nicht in der Weise, wie er uns erzählt wird.“ In Deutschland ist die öffentliche Leugnung des Holocausts nach § 130 Abs. 3 Strafgesetzbuch strafbar; auch Belgien, Frankreich, Israel, Kanada, Liechtenstein, Litauen, Neuseeland, die Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, die Schweiz, die Slowakei, Südafrika und Tschechien kennen entsprechende Vorschriften. Hamer rechtfertigte das Fehlen von Belegen für seine Thesen mit dem Vorwurf, „mächtige Kräfte“ steuerten Wissenschaft und Medien. Auf diese Weise verschleierte er methodische Mängel seiner Lehre und lenkte die Aufmerksamkeit auf angebliche Verschwörungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindungen in die rechtsextreme Szene ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_157d076e_300px-Hygienedemo_GNM_29_8_2020.jpg|thumb|right|Verbindungen in die rechtsextreme Szene]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Germanische Neue Medizin fand früh Anklang bei rechtsextremen Gruppierungen. Mehrere Anhänger arbeiteten mit der NPD, dem „Ring Nationaler Frauen“ und der „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ zusammen. Der ehemalige NPD-Kreisvorsitzende Martin Gabling aus Passau organisierte lokal Treffen in einem Café in Markt Fürstenzell, das im bayerischen Verfassungsschutzbericht erwähnt wird. Der Holocaustleugner Iwan Wanja Götz aus Berlin verbreitete 2009 ein Webpamphlet, in dem er Gespräche mit Hamer zitierte. Darin soll Hamer erklärt haben: „Ich werde alle für meine Zwecke be- und ausnutzen! Der Zweck heiligt die Mittel! Egal, um wen es sich dabei handelt. Judenschweine tun das auch.“ Nach Unterzeichnung einer Erklärung zu einem angeblichen „Genozid an Nichtjuden“ habe Hamer hinzugefügt: „Alle Juden sind Schweine, die ausgerottet werden müssen.“ Götz folgerte, Hamer betrachte Juden als „menschenähnlichen Abschaum“. Hamer selbst trat 2010 als Interviewpartner des KRR-Aktivisten Matthes Haug in Erscheinung und ließ sich wiederholt als „Reichspräsident“ bezeichnen, weil er die Bundesrepublik für inexistent hielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung über rechtsextreme Medien und Indizierungsverfahren ==&lt;br /&gt;
Werke Hamers sind unter anderem über den rechtsextremen Osiris Buchversand erhältlich. Das aus dem Ausland betriebene Adelaide Institute des deutschstämmigen Australiers Gerald Toben verbreitete ebenfalls Inhalte Hamers und leugnete systematisch den Holocaust; Toben wurde 2008 in London aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen. Auch der rechtsextremen Online-Enzyklopädie Metapedia diente Hamer als Plattform; gegen Metapedia leitete die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ein Indizierungsverfahren ein. Bereits 1997 wies das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) in einer Veröffentlichung darauf hin, dass Hamer als Referent für die rassistische und antisemitische Universale Kirche auftrat. Artikel über die GNM erschienen in der Zeitschrift „Zeitenschrift“, die dieser Gruppierung nahestand. 2005 schloss der bayerische Landesverband der Ökologisch-Demokratischen Partei mehrere Funktionsträger aus, weil sie sich für die GNM engagierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reaktionen der Wissenschaft und rechtliche Schritte ==&lt;br /&gt;
Die Onkologen Umberto Veronesi und andere Fachvertreter wiesen Hamers Behauptungen zurück. In einem Fax vom 29. Dezember 2006 bezeichnete Veronesi Hamers Theorien als Ausdruck einer schweren psychiatrischen Erkrankung und stellte klar, selbst nicht jüdischer Herkunft zu sein. Die medizinische Fachwelt betont, dass weder in Israel noch andernorts belastbare Daten für eine versteckte Anwendung der GNM existieren. Die Überlebensstatistiken israelischer Krebspatienten unterscheiden sich nicht systematisch von denen anderer Industrieländer mit vergleichbarer Gesundheitsversorgung. Strafrechtlich wurde Hamer mehrfach wegen Volksverhetzung angezeigt; 2007 stellte die Staatsanwaltschaft Cottbus ein Ermittlungsverfahren ein. Hamer suchte daraufhin in Norwegen politisches Asyl, das ihm nicht gewährt wurde. Trotzdem verbreitete er weiterhin antisemitische Inhalte, bis zu seinem Tod 2017. Seine Anhängerschaft bedient sich bis heute der von ihm aufgestellten Verschwörungstheorien, um wissenschaftliche Kritik an der GNM abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [http://www.diss-duisburg.de/Internetbibliothekt/Artikel/Politisierende_Psycho-Sekten Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung: Politisierende Psycho-Sekten]&lt;br /&gt;
# [http://home.arcor.de/eimuc/einzeltexte/gnm.pdf Tagungsbericht „Totalitäre Ideologien, Verschwörungstheorien und zweifelhafte Heilsversprechen“ (PDF)]&lt;br /&gt;
# [http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=talmudischerbetrug&amp;amp;jahr=2010&amp;amp;mon=01 Konkret-Heft 01/2010: Talmudischer Betrug]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
# AZ 1653 Js 2797/06, Staatsanwaltschaft Cottbus&lt;br /&gt;
# BT-Drs. 16/10215, Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage der Abg. Monika Lazar&lt;br /&gt;
# AZ ST/1203106/2010, Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsextremismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verschwörungstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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