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	<title>Sputnik News Agency - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-11T09:17:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Faktenradar</subtitle>
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		<id>https://faktenradar.9xsrv.com/index.php?title=Sputnik_News_Agency&amp;diff=1177&amp;oldid=prev</id>
		<title>Faktenradar Redakteur: Artikel «Sputnik News Agency» angelegt/aktualisiert</title>
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		<updated>2026-05-10T23:28:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Artikel «Sputnik News Agency» angelegt/aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;Seit 2014 sendet das russische Nachrichtenportal Sputnik weltweit in über 30 Sprachen. Die Redaktionen sind Teil des Staatsunternehmens Rossija Sewodnja, seit März 2022 steht der Sender in der EU auf der Sanktionsliste. Kritiker werfen dem Portal systematische Desinformation und einseitige Berichterstattung vor.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung, rechtliche Einbettung und Ausbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_60025d11_Sputnik.jpg|thumb|right|Sputnik.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. November 2014 ging das multimediale Angebot Sputnik online, initiiert durch das russische Staatsunternehmen Rossija Sewodnja. Der Name knüpft an die gleichnamige sowjetische Auslandszeitschrift an, die in den 1960er-Jahren als publizistisches Sprachrohr der UdSSR fungierte. Bereits 2015 meldete Sputnik, Redaktionen an 130 Standorten in 34 Ländern unterhalten zu können; die Inhalte erschienen zeitweise in 30 Sprachen. Für die deutschsprachige Ausgabe wurde zeitgleich eine Kooperation mit dem privaten Berliner Sender Megaradio SNA vereinbart, der seit Februar 2015 Beiträge des russischen Portals gegen Bezahlung ausstrahlt. Dadurch fließen indirekt russische Staatsmittel in die deutsche Privatradiolandschaft. Das Impressum der deutschsprachigen Webseite nennt heute die „Internationale Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya“, vertreten durch Generaldirektor Dmitry Kiselev, als verantwortlichen Diensteanbieter. Die redaktionellen Teams wurden teilweise aus den Reihen der aufgelösten Nachrichtenagentur RIA Novosti und des ehemaligen Auslandsrundfunks Stimme Russlands rekrutiert; zeitweise firmierte dessen Programm unter dem Label Radio Sputnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung in Deutschland und Beobachtung durch den Verfassungsschutz ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_60025d11_320px-Russische_Staatsmedien_2022.png|thumb|left|Verbreitung in Deutschland und Beobachtung durch den Verfassungsschutz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Webpräsenz bedient Sputnik Deutschland seit 2015 zusätzlich die Plattformen YouTube und SoundCloud. Nach eigenen Angaben wurde der YouTube-Kanal im November 2020 für eine Woche mit Upload-Sperre belegt. Als Reaktion auf Sperren etablierte das Portal den Telegram-Kanal „Satellit“. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bewertet die Inhalte von Sputnik und dem Schwestersender RT Deutsch seit Jahren anlassbezogen im Kontext russischer Einflussnahme. In einer Antwort auf eine FDP-Anfrage bestätigte die Bundesregierung, dass das BfV die Angebote im Hinblick auf Propaganda und mögliche Beeinflussung der deutschen Öffentlichkeit auswertet. Der Verfassungsschutzbericht 2018 führt aus, Russland setze vielfältige Wege zur Verbreitung pro-russischer Propaganda, wobei staatliche Unternehmen „als scheinbar unabhängige Medien getarnt“ würden. Ziel sei es, die Bundesregierung in ihrer Rolle als Befürworterin von EU-Sanktionen zu schwächen. Konkret heißt es: „Die wichtigsten Akteure sind dabei der Internet-Sender RT Deutsch sowie die Nachrichtenagentur Sputnik.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berichterstattungsmuster und Desinformationsvorwürfe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faktenradar_60025d11_320px-Russische_Propaganda_und_Desinformation_2022.jpg|thumb|right|Berichterstattungsmuster und Desinformationsvorwürfe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere wissenschaftliche und journalistische Analysen attestieren Sputnik eine systematisch einseitige Agenda. Das US-amerikanische Center for European Policy Analysis (CEPA) beschrieb 2016 das Vorgehen des Senders in Ost- und Mitteleuropa als „einseitige Feindseligkeit gegenüber dem Mainstream“. Protest- und Anti-Establishment-Politiker würken demnach überproportional sichtbar, während Kommentare etablierter Akteure nur dann zitiert würden, wenn sie den Eindruck eines korrupten, dekadenten oder russophoben Westens unterstützen. Ein besonders prägnantes Beispiel lieferte die Begleitung des britischen EU-Referendums 2016: In einer Stichprobe der Februar-Ausgaben wurden Befürworter eines Austritts doppelt so häufig zitiert wie Gegner, Warnungen vor wirtschaftlichen Folgen wurden redaktionell als „Panikmache“ abgetan. Während der französischen Präsidentschaftswahl 2017 verbreitete Sputnik Deutschland fälschlich, Marine Le Pen liege in Führung; zuvor war dort das Gerücht aufgegriffen worden, Emmanuel Macron sei homosexuell. Auch der „Fall Lisa“ – die Behauptung, eine russischstämmige Schülerin in Berlin sei von Migranten vergewaltigt worden – wurde von Sputnik mit Formulierungen wie „unser Mädchen“ aufgebauscht, bevor die Vorwürfe als unbegründet galten. Die Geschichte erfuhe danach Verbreitung in rechtsextremen Kreisen und führte zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Berlin und Moskau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelfälle falscher Berichte und internationale Reaktionen ==&lt;br /&gt;
Nach dem Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal im März 2018 titelte Sputnik auf Deutsch: „Lawrow: Skripal-Gift durch Schweizer Labor als BZ aus Nato-Arsenal identifiziert“. Die Meldung berief sich auf Außenminister Sergej Lawrow, behauptete jedoch unzutreffend, das Schweizer Institut Spiez habe den Einsatz des Kampfstoffs BZ bestätigt. Tatsächlich hatte das Institut auf seiner Webseite klargestellt, dass bei den Proben Nowitschok nachgewiesen wurde. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) musste die Falschmeldung öffentlich korrigieren. Auch zum Krieg in der Ostukraine verbreitete das Portal am 27. Februar 2022 die Darstellung, Kiew habe eine Invasion der Separatengebiete vorbereitet und Russland sei lediglich zu einer Schutzoperation im Donbass geschritten. Die Formulierung von einer geplanten „Entmilitarisierung und Entnazifizierung“ der Ukraine übernahm Sputnik dabei wörtlich aus der offiziellen russischen Begründung. In der Syrien-Berichterstattung wurde am 8. April 2017 ein Artikel veröffentlicht, der unter Berufung auf den US-amerikanischen Blog „Veterans Today“ behauptete, die Hilfsorganisation Weißhelme habe Kinder für gestellte Giftgas-Videos getötet. Die in Schweden ansässige Gruppe Swedish Doctors for Human Rights (SWEDHR) dementierte die Behauptung umgehend; Sputnik entschuldigte sich zwar international, nicht jedoch auf der deutschsprachigen Seite. Die Geschichte verbreitete sich anschließend in rechtsextremen und verschwörerischen Kreisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Autorenschaft, Einflussakteure und weitere Verbreitungsformate ==&lt;br /&gt;
Das Spektrum der publizistischen Beiträge reicht von freien Mitarbeitern bis zu ehemaligen Politikern. Zu den namentlich genannten Autoren zählen unter anderem die ehemalige österreichische Außenministerin Karin Kneissl, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer sowie die Journalisten Karin Leukefeld und Alina Lipp. Der Publizist Andrew Korybko, der parallel auch für das ebenfalls staatlich finanzierte Projekt InfoRos schreibt, vertritt in Beiträgen für Sputnik regelmäßig die Position, westliche Berichterstattung zu Russland basiere auf gezielten Lügen. InfoRos selbst steht seit Juli 2023 auf der EU-Sanktionsliste, weil die Plattform enge Verbindungen zur russischen Militäragentur GRU unterhalte und ihre Herkunft verschleiere. In der deutschen Medienszene greifen zudem zahlreiche kleinere Blogs und Kanäle auf Sputnik-Inhalte zurück, wodrus sich die ursprüngliche Reichweite multipliziert. Die Verbreitung erfolgt dabei nicht nur über klassische Artikel, sondern zunehmend über Kurzvideos, Telegram-Posts und Audioformate, die gezielt in thematischen Nischen wie Umweltprotest, Wirtschaftskritik oder Anti-NATO-Mobilisierung platziert werden. Durch diese Strategie erreicht das Portal auch dann neue Zielgruppen, wenn die primären Accounts gesperrt oder in sozialen Netzwerken eingeschränkt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sanktionen, rechtliche Schritte und aktuelle Lage ==&lt;br /&gt;
Am 2. März 2022 stufte der Rat der Europäischen Union Sputnik zusammen mit Russia Today als „staatliche Medien“ ein, deren Aktivitäten „mit Propaganda und Manipulation zur Untergrabung der ukrainischen Staatlichkeit beitragen“. Seitdem ist die Ausstrahlung oder Verbreitung der Programme in der EU untersagt; Provider und Satellitenbetreiber unterbanden die Signalverbreitung. Die Sanktionsverordnung erlaubt Ausnahmen für rein akademische oder journalistische Zitate, untersagt jedoch die Weiterverbreitung vollständiger Programme. Parallel dazu entzogen soziale Netzwerke wie Twitter (heute X) und Facebook dem Portal Werbemöglichkeiten, während YouTube mehrere Kanäle löschte. Die Betreiber reagierten mit verstärkten Aktivitäten auf Messaging-Diensten und alternativen Videoplattformen. In der Schweiz blockierte die Bundesverwaltung im März 2022 den Zugang zu mehreren Sputnik-Domains, in Deutschland erfolgte eine entsprechende Sperre durch große Provider auf Grundlage der EU-Verordnung. Die langfristige Wirkung der Maßnahmen bleibt offen, da Inhalte über Proxy-Dienste und Mirror-Seiten weiter zugänglich sind. Gleichzeitig verstärken andere vom russischen Staat unterstützte Projekte wie das Videoformat „Redfish“ oder die Agentur „Ruptly“ ihre Präsenz, um die entfallende Reichweite teilweise auszugleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
# [https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2022/03/02/eu-imposes-sanctions-on-state-owned-outlets-rtrussia-today-and-sputnik-s-broadcasting-in-the-eu/ Europäische Union: Sanktionen gegen RT und Sputnik]&lt;br /&gt;
# [https://www.verfassungsschutz.de/de/oeffentlichkeitsarbeit/publikationen/verfassungsschutzberichte Verfassungsschutzbericht 2018 (Bundesministerium des Innern)]&lt;br /&gt;
# [https://cepa.ecms.pl/files/?id_plik=2773 Center for European Policy Analysis: Winning the Information War]&lt;br /&gt;
# [http://www.sueddeutsche.de/medien/russische-propaganda-in-deutschland-liniengruesse-aus-moskau-1.2630243 Süddeutsche Zeitung: Russische Propaganda in Deutschland]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* [http://www.themoscowtimes.com/news/article/launch-of-sputnik-comes-amid-high-stakes-in-media-war/510984.html Gabrielle Tétrault-Farber: „Launch of Sputnik Comes Amid High Stakes in Media War“, in: The Moscow Times, 11. November 2014.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Desinformation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verschwörungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Faktenradar Redakteur</name></author>
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