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Bioresonanz: Unterschied zwischen den Versionen

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''Sie versprechen Heilung durch technische Umkehrung: Bioresonanzgeräte behaupten, krankmachende Schwingungen im menschlichen Körper zu erkennen und elektronisch zu „löschen“. Doch die behaupteten körpereigenen Frequenzen sind physikalisch nicht existent und wissenschaftlich widerlegt. Seit ihrer Vorstellung 1977 wird die Methode als sanfte Alternative bei Allergien, Schlafstörungen und chronischer Müdigkeit vermarktet – obwohl der Gemeinsame Bundesausschuss sie von der Erstattung durch gesetzliche Krankenkassen ausgeschlossen hat und Patienten alle Kosten selbst tragen müssen.''
''Die Bioresonanztherapie basiert auf der Annahme, der Körper sende krankheitsrelevante elektromagnetische Schwingungen aus. Diese Signale sollen über Geräte verstärkt, invertiert und zurückgeleitet werden, um Beschwerden zu lindern. Eine wissenschaftliche Wirksamkeit ist bisher nicht belegt.''


[[Datei:Bioresonanz-Bioresonanz-Bicom-Schema.png|thumb|right|Abbildung zu Bioresonanz]]
== Entstehung und Verbreitung des Verfahrens ==
[[Datei:Faktenradar_b877c87e_300px-Bioresonanz-Bicom-Schema.png|thumb|right|Entstehung und Verbreitung des Verfahrens]]


== Die Erfinder und ihre schwingende Idee ==
Die Bioresonanztherapie geht auf den Arzt Franz Morell (1921–1990) und den Ingenieur Erich Rasche (1946–2010) zurück. 1977 stellten sie das erste Gerät vor, das nach ihren Initialen MORA-Therapie genannt wurde. Das Konzept knüpft an die Elektroakupunktur nach Voll (EAV) an, bei der Messungen am Hautwiderstand erfolgen. Später tauchten weitere Bezeichnungen wie biophysikalische Informationstherapie (BIT), elektromagnetische Resonanztherapie oder Multiresonanztherapie auf. Heute wird das Verfahren in vielen alternativmedizinischen Praxen angeboten, teils auch für Tiere und Pflanzen. In Österreich wird zudem eine Variante zur Gewichtsreduktion (AMB-Methode) beworben. Die Kosten übernehmen gesetzliche Krankenkassen in Deutschland nicht, da der Gemeinsame Bundesausschuss eine fehlende Wirksamkeitsprüfung feststellte.


Die Geschichte der Bioresonanz beginnt mit einer familiären Allianz zwischen Medizin und Technik: Franz Morell (1921–1990), praktizierender Arzt, und sein Schwiegersohn Erich Rasche (1946–2010), Ingenieur, präsentierten 1977 erstmals ihr gemeinsames Verfahren. Die Namensgebung folgte einer einfachen Logik: MORA setzt sich zusammen aus '''Mo'''rell und '''Ra'''sche. Ihr Apparat sollte eine Revolution in der Alternativmedizin auslösen, basierend auf einer Idee, die Morell rund zwei Jahrzehnte zuvor gehegt hatte.
== Funktionsweise der Geräte ==
[[Datei:Faktenradar_b877c87e_300px-Bioresonanz-Kugelelektroden.jpg|thumb|left|Funktionsweise der Geräte]]


Ausgangspunkt war die Elektroakupunktur nach Voll (EAV), ein Verfahren, bei dem der elektrische Hautwiderstand an bestimmten Punkten gemessen wird. Morell, der mit diesen Messungen vertraut war, interpretierte die Ergebnisse jedoch anders als die medizinische Fachwelt. Er vermutete hinter den Abweichungen vom Idealwert von 50 keine rein elektrischen Phänomene, sondern „elektromagnetische Schwingungen“, die von Organen und Substanzen ausgingen. Gemeinsam mit dem EAV-Miterfinder Fritz Kramer spekulierte er über eine „Strahlung“ homöopathischer Mittel, die angeblich „durch Draht geleitet“ werden könne. 1974 soll Rasche schließlich ein Gerät konstruiert haben, das Morell als „Test-Sende-Empfänger“ bezeichnete und mit dem er behauptete, den „endgültigen Beweis“ für die Schwingungsnatur von Medikamenten erbracht zu haben.
Ein typisches Bioresonanzgerät nimmt über eine Handelektrode eine elektrische Wechselspannung vom Patienten auf. Dieses Signal wird verstärkt, gegebenenfalls invertiert und anschließend über eine zweite Elektrode zurückgeleitet. Die Begründung: Durch Überlagerung der ursprünglichen mit der invertierten Schwingung sollen „pathologische“ Anteile gelöscht werden. Filter (Hochpass, Tiefpass oder Bandpass) begrenzen zuvor den Frequenzbereich. Einige Geräte enthalten zusätzlich einen sogenannten Separator oder „Molekularsaugkreis“. Diese Bauteile sollen „harmonische“ von „disharmonischen“ Signalanteilen trennen, indem das elektrische Signal an einen kleinen Behälter mit Substanzen wie Chlorophyll oder Hämoglobin gekoppelt wird. Wie diese Trennung physikalisch erfolgen soll, bleibt unklar; nachweisliche Messdaten liegen nicht vor. Die Behandlung dauert wenige Minuten bis zu einer halben Stunde, wobei die „Therapieschwingung“ sekundenweise mit Pausen wiederholt wird. Neben Handelektroden kommen auch Handschuhe, Fußlinge oder Matten mit eingewebten Metallfäden zum Einsatz.


Daraus leitete Morell eine kühnere These ab: Wenn Substanzen schwingen, müsse der kranke Körper selbst „Schwingungen vergleichbarer Art“ aussenden, die durch die Medikamente beeinflusst werden. Folglich müssten diese körpereigenen Frequenzen auch direkt manipulierbar sein. Diese Idee verband er mit älteren esoterischen Technologien wie der Radionik, die ebenfalls auf Fernwirkungen durch „Schwingungen“ setzte. Das Resultat war ein Gerät, das angeblich körpereigene Signale aufnehmen, filtern und als Therapie zurückgeben konnte. Unter Bezeichnungen wie Bioresonanztherapie (BRT), biophysikalische Informationstherapie (BIT) oder elektromagnetische Resonanztherapie wird diese Scheinbehandlung bis heute angeboten, wobei die technologischen Grundannahmen seit 1977 unverändert blieben.
== Physikalische und biologische Einwände ==
[[Datei:Faktenradar_b877c87e_300px-ErichRasche_FranzMorell.jpg|thumb|right|Physikalische und biologische Einwände]]


[[Datei:Bioresonanz-Bioresonanz-Kugelelektroden.jpg|thumb|left|Abbildung zu Bioresonanz]]
Die Annahme, der Körper strahle charakteristische elektromagnetische Schwingungen ab, die sich mit einfachen Verstärkern erfassen und manipulieren ließen, widerspricht physikalischen Grundlagen. Die abgegriffenen Signale bestehen überwiegend aus technischen Störfeldern, insbesondere der 50-Hz-Netzfrequenz und ihren Oberwellen. Diese Störspannungen sind zwar messbar, lassen sich jedoch nicht mit individuellen Krankheitsmustern in Verbindung bringen. Befürworter erklären ausbleibende Messergebnisse häufig mit der Behauptung, die Körpersignale seien „zu schwach“ und würden im Geräterauschen untergehen. Gleichzeitig postulieren sie aber, dass dieselben Signale problemlos verstärkt und invertiert werden könnten – ein Widerspruch. Zudem fehlen reproduzierbare Frequenzspektren, die eine Diagnose oder Verlaufskontrolle erlauben würden. Patentschriften und Aussagen Morells zeigen esoterische Vorstellungen zur Elektrotechnik, etwa die Behauptung, eine Schwingung könne durch simple Invertierung „gelöscht“ werden. Auch die Trennung von „guten“ und „schlechten“ Frequenzanteilen mit Hilfe von Pflanzenpigmenten oder Mineralien ist physikalisch nicht plausibel, da elektrische Signale im Bereich von Hertz bis Kilohertz nicht mit optischen Filtereigenschaften wechselwirken.


== Im Inneren der Black Box ==
== Verfahren im klinischen Alltag ==
In der Praxis wird Bioresonanz häufig bei allergischen Erkrankungen, Schlafstörungen, chronischer Müdigkeit und Schmerzen eingesetzt. Manche Anbieter diagnostizieren zunächst mit Elektroakupunktur nach Voll, indem sie den Hautwiderstand an Akupunkturpunkten messen und Glasampullen mit Allergenextrakten in die Schaltung einbringen. Ein von 50 abweichender Zeigerausschlag gilt dann als „Belastung“. Anschließend wählt der Therapeut ein passendes „Frequenzmuster“ aus dem Gerätespeicher oder verwendet das invertierte Patientensignal. Die Sitzungen wiederholen sich mehrmals wöchentlich über Wochen bis Monate. Da objektive Messgrößen fehlen, erfolgt die Erfolgsbeurteilung überwiegend subjektiv. Kritiker warnen vor Fehldiagnosen und verzögerter konventioneller Therapie, etwa bei unerkannten Infektionen oder Tumoren. In der Schweiz rät die Fachkommission der Gesellschaft für Allergologie und Immunologie einstimmig von diagnostischer und therapeutischer Anwendung ab.


Doch wie funktioniert die angebliche Therapie im Detail? Das Protokoll wirkt erstaunlich simpel für eine Technologie, die komplexe Physik beansprucht. Der Patient hält eine Elektrode in der Hand oder trägt spezielle Handschuhe, Füßlinge, Kopfhauben mit Metallstöpseln für die Ohren oder gar Kissen mit eingewebten Metallfäden. Über diese Kontakte nimmt das Gerät angeblich „körpereigene Schwingungen“ auf, verstärkt sie elektronisch und führt sie durch Filter. Hier kommen Hochpass- (HP) und Tiefpassfilter (TP) zum Einsatz, die das Frequenzband eingrenzen – bei modernen Apparaten oft zu einem Bandpass verschmolzen. Franz Morell gab dazu vage Handlungsanweisungen: Bei akuten Krankheiten solle der TP, bei chronischen Leiden der HP bevorzugt werden, doch letztlich bleibe es dem Therapeuten überlassen, „selber herauszufinden“, welche Einstellung „es braucht“.
== Studienlage und regulatorische Bewertung ==
Randomisierte, placebokontrollierte Studien zeigen für Bioresonanz keine Wirksamkeit über den Placebo-Effekt hinaus. Eine Untersuchung an Kindern mit atopischem Ekzem führte zu keinem Unterschied zwischen aktiver und Scheinbehandlung. Bei der Therapie des kindlichen Stotterns ebensowenig wie bei allergischer Rhinitis oder Asthma. Eine kleine Pilotstudie zur Rauchentwöhnung berichtete einen positiven Effekt, doch die Fallzahl war gering und die Blinding-Qualität umstritten. Systematische Reviews kommen übereinstimmend zum Schluss, dass keine zuverlässigen Daten für eine klinische Nutzen-Risiko-Relation vorliegen. In Deutschland ist das Verfahren seit 2006 im Anhang II der Methoden-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgeführt, was eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ausschließt. Die Schweizerische Ärztezeitung bezeichnet Bioresonanz als „diagnostischen und therapeutischen Unsinn“. Trotzdem bleibt das Angebot vielfältig, da die Geräte als „Wellness“-Produkte oder für Tierheilkunde vermarktet werden und damit der Regulierung entgehen.


Das eigentliche Kernstück ist die „Inversschaltung“. Die aufgenommenen Signale werden elektronisch umgepolt und dem Körper über eine zweite Elektrode zurückgegeben. Die Begründung klingt plausibel für Laien: Die „pathologische Schwingung“ lösche sich durch Überlagerung mit ihrer invertierten Kopie selbst aus, ähnlich der aktiven Geräuschunterdrückung bei Kopfhörern. Zusätzlich existiert ein mysteriöses Bauelement namens „Separator“ oder „Molekularsaugkreis“, das angeblich „harmonische“ (H) von „disharmonischen“ (D) Schwingungen trennen kann. Die als krankmachend eingestuften D-Schwingungen werden ausschließlich invertiert weitergeleitet, während die H-Schwingungen unbearbeitet passieren sollen. Eine Behandlung dauert je nach Einstellung einige Minuten bis zu einer halben Stunde, wobei die Therapieschwingung rhythmisch für Sekunden ein- und ausgeschaltet wird.
== Weblinks ==
# [http://www.gwup.org/inhalte/77-themen/komplementaer-und-alternativmedizin-cam/843-bioresonanz-therapie GWUP-Dossier zur Bioresonanztherapie]
# [http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/behandlung-nichtmedikamentoese-und-alternative-therapien-bioresonanztherapie-8148.php AOK-Bundesverband: Bioresonanztherapie]
# [https://www.srf.ch/news/schweiz/esoterischer-humbug-bioresonanz-therapie-viel-geld-fuer-keine-wirkung SRF-Beitrag „Esoterischer Humbug – Bioresonanztherapie: Viel Geld für keine Wirkung“]


Die Geräte bieten noch weitere Funktionen, die den Übergang zur Esoterik vollziehen. Über einen Metallbecher oder eine „Testwabe“ lassen sich angeblich Substanzen „testen“ oder „energetisieren“. In die Halterung werden Glasampullen mit homöopathischen Präparaten gesteckt, deren behauptete „Schwingungen“ in das System eingelesen oder sogar auf andere Träger übertragen werden sollen. Manche Apparate speichern angeblich „Frequenzmuster“ von Arzneimitteln oder besitzen voreingestellte Therapieprogramme für häufige Beschwerden. Dabei verschwimmen die Grenzen zur „digitalen Homöopathie“ (Holopathie), zur Vitalfeldtherapie und zur klassischen Radionik – alle basieren auf der gleichen nicht nachweisbaren Annahme von Körperfrequenzen, die angeblich kabelgebunden gemessen und verändert werden können.
== Veröffentlichungen ==
* Stiftung Warentest: Bioresonanztherapie. In: Die Andere Medizin, S. 111-115, Berlin, Januar 2006
* Edzard Ernst: Bioresonance, a study of pseudo-scientific language. Forsch Komplementärmed Klass Naturheilkd. 2004;11(3):171-173
* Schoni MH et al.: Efficacy trial of bioresonance in children with atopic dermatitis. Int Arch Allergy Immunol. 1997;112(3):238-246
* Cap F: Bemerkungen eines Physikers zur Bioresonanz. Allergologie 1995;18:253-257


[[Datei:Bioresonanz-ErichRasche_FranzMorell.jpg|thumb|right|Abbildung zu Bioresonanz]]
== Einzelnachweise ==
 
# Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, Anlage II Nr. 17, Stand 18.12.2014 (PDF)
== Wenn die Quantenphysik zur Verkaufsstrategie wird ==
# Übersichtsarbeit der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie, Schweiz Ärztezeitung 2006;87(2):50-54
 
Die wissenschaftliche Realität sieht radikal anders aus als die Geräteversprechen. Die behaupteten „körpereigenen Schwingungen“, die angeblich spezifisch für Allergien oder chronische Müdigkeit Auskunft geben, existieren in der postulierten Form physikalisch nicht. Wären tatsächlich charakteristische elektromagnetische Felder aus dem menschlichen Körper ableitbar, müssten sie mit hochsensiblen SQUID-Magnetometern oder anderen Präzisionsinstrumenten der Biophysik nachweisbar sein – was jedoch nie auch nur ansatzweise gelang. Stattdessen bedienen sich die Befürworter einer pseudowissenschaftlichen Terminologie, die Laien überfordert und beeindruckt. In Broschüren und auf Therapeutenwebsites ist von „gestörter Zellkommunikation“, „biologischen Übertragungsfrequenzen“ und „Jahrtausende alten Erfahrungen der chinesischen Medizin“ die Rede.
 
Besonders in älteren Publikationen wird auf den Physiker Fritz-Albert Popp und seine Forschung zu „Biophotonen“ verwiesen, sowie auf die „Bio-Elektronik“ von Luis-Claude Vincent und Arbeiten des Mediziners Wolfgang Ludwig. Doch diese Bezüge sind Scheinargumente: Popp beschrieb extrem schwache Lichtemissionen von Zellen, keine niederfrequente elektrische Schwingung, die über Metallkabel manipulierbar wäre. Die Verwendung von Fachbegriffen aus der Quantenphysik dient ausschließlich der Verschleierung technischer Unsinnigkeit, nicht der Erklärung. Die konkreten technischen Darstellungen in Patentschriften offenbaren laut Fachleuten „esoterisch-naive Vorstellungen zur Elektrotechnik“ und elementare Widersprüche zur Physiologie und Biologie.
 
Dass die Methode keine nachweisbare Heilwirkung entfaltet, hat auch die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland erkannt. Der Gemeinsame Bundesausschuss schloss die Bioresonanztherapie konsequent von der Erstattungspflicht aus. Patienten müssen die oft nicht günstigen Sitzungen daher komplett selbst bezahlen. Klinische Studien, die eine Wirksamkeit über Placebo-Effekte hinaus belegen, fehlen bis heute. Das Problem beginnt bereits bei der Grundannahme: Die Frequenzen, die Morell behauptete, mittels einfacher Filter an Glasampullen gemessen zu haben – wie 210 bis 370 Hertz für Phosphor D6 oder 9 bis 10 Kilohertz für Carbo animalis C200 – basieren auf der physikalisch abwegigen Annahme, dass homöopathische Verdünnungen gleichzeitig als Strahlung durch Glas treten und als niederfrequente Wechselspannung in Kabeln messbar sind. Selbst unter den Anhängern gibt es Uneinigkeit: Während die meisten von elektrischen Schwingungen sprechen, deutet der Radionik-Anhänger Hermann Grösser die Behandlung als Form des „Geistheilens“, bei dem die Apparate nur als „bewusstseinsgesteuertes“ Hilfsmittel dienen – was die technische Fassade ad absurdum führt.
 
== Vom Hausstaubmilben-Allergiker bis zur Kuh ==
 
Trotz des fehlenden Wirkungsnachweises findet die Bioresonanz breite Anwendung – und das bei unterschiedlichsten Lebewesen und sogar Pflanzen. In der Humanmedizin werden vor allem Allergien, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit und Hautleiden als Indikationen genannt. Doch die Methode wandert zunehmend in Bereiche ab, die der wissenschaftlichen Kontrolle noch schwerer zugänglich sind und bei denen das Versprechen schneller Erfolge besonders verlockend wirkt. So werben einige Veterinäre und Tierheilpraktiker offensiv damit, bei Tieren heilende Wirkungen feststellen zu können, etwa bei Parasitenbefall, Verdauungsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Das vermeintliche Argument lautet oft: Da Tiere keinem Placebo-Effekt unterliegen, müsse eine Besserung zwangsläufig echt sein – ein Trugschluss, der die komplexen Mechanismen spontaner Remission, der veränderten Tierpflege durch besorgte Besitzer und der natürlichen Krankheitsverläufe systematisch ignoriert.
 
Noch abstruser wird das Angebot, wenn es sich vom Tierreich zur Flora hinunter verirrt. Mehrere Anbieter bewerben Bioresonanzgeräte explizit zur „Behandlung“ von Kulturpflanzen, angeblich um das Wachstum zu fördern, Krankheiten zu bekämpfen oder Schädlinge fernzuhalten. Besonders populär und kommerziell erfolgreich ist das Verfahren jedoch in der Humanmedizin in Österreich, wo unter der Bezeichnung „AMB-Methode“ („Abnehmen mit Bioresonanz“) ein ganzes Gewichtsreduktionsprogramm auf der angeblichen Frequenztherapie aufbaut. Hier werden Patienten suggeriert, dass Übergewicht durch „Störungen“ im Schwingungsfeld verursacht werde, die sich elektronisch korrigieren ließen. Die ideale Kundengruppe scheint überall gefunden: Menschen mit chronischen Beschwerden, die die evidenzbasierte Medizin nicht zufriedenstellend behandeln konnte, verzweifelte Tierbesitzer, die ihren Lieblingen helfen wollen, oder Landwirte mit krankem Getreide.
 
Dabei nutzen die Anbieter geschickt die fließenden Übergänge zu anderen alternativen Verfahren. Die gleichen Geräte, die Bioresonanz betreiben, bieten oft auch Messfunktionen für die Elektroakupunktur nach Voll (EAV), „Radionik-Programme“ oder Funktionen zur sogenannten „digitalen Homöopathie“ wie Holopathie an. Diese Vernetzung erzeugt eine scheinbare technische Komplexität und suggeriert wissenschaftliche Tiefe, wo in Wahrheit nur elektrotechnischer Firlefanz vorhanden ist. Für Patienten und Tierhalter entsteht so ein verwirrendes, teures Angebot, bei dem pseudomedizinische Apparaturen als letzte Hoffnung verkauft werden – mit dem Ergebnis, dass wertvolle Zeit für effektive Therapien verloren geht und das Portemonnaie entlastet wird, ohne die Beschwerden zu bessern.
 
== Ein Markt ohne Maßstäbe und mit kuriosen Bezügen ==
 
Wer genauer hinschaut, entdeckt ein methodisches Chaos hinter der glänzenden technischen Fassade. Die Bioresonanz-Szene ist sich selbst über die Funktionsweise ihrer teuren Geräte fundamental uneinig. Während ein Hersteller den „Separator“ oder „Molekularsaugkreis“ für unverzichtbar hält, um angeblich „harmonische“ von „disharmonischen“ Schwingungen zu trennen, erklärt ein konkurrierender Anbieter dieselbe elektronische Komponente für völlig überflüssig oder sogar schädlich. Ebenso willkürlich geht man mit den Filtereinstellungen um: Ob Hochpass oder Tiefpass, ob akute oder chronische Erkrankung – die Entscheidung liegt allein im Bauchgefühl des Therapeuten, nicht in medizinischen Leitlinien. Diese Beliebigkeit entlarvt das Verfahren als das, was es tatsächlich ist: ein technisch verbrämtes Ritual ohne standardisierte, reproduzierbare oder überprüfbare Grundlagen.
 
Hinzu kommen bedenkliche ideologische Vernetzungen. Die Bioresonanzszene pflegt nachweislich Bezüge zur Scientology-Organisation, was bei einem Verfahren, das stark auf suggestiver Wirkung und der Autorität vermeintlich komplexer Technik basiert, besonders kritisch zu betrachten ist. Das Geschäftsmodell selbst ist dabei perfekt kalkuliert: Da der Gemeinsame Bundesausschuss die Methode von der Erstattung durch gesetzliche Krankenkassen ausgeschlossen hat, buhlen private Praxen und Wellness-Anbieter gezielt um Selbstzahler. Eine einzelne Sitzung kann je nach Ausstattung und angeblicher Gerätegeneration schnell zweistellige oder gar dreistellige Beträge kosten, und oft werden zehn oder mehr Sitzungen „empfohlen“. Für die Patienten entsteht ein teurer Teufelskreis: Die scheinbar technologisch fortschrittliche Methode suggeriert medizinische Professionalität und Präzision, während sie gleichzeitig jegliche Verantwortung von sich weist, indem sie auf die individuellen „Selbstheilungskräfte“ des Körpers oder eine angebliche „Verschleierung“ der Symptome verweist.
 
Die Gerätehersteller, angefangen bei der ursprünglichen Firma Regumed, die das Verfahren 1977 markierte, haben ein höchst lukratives Geschäftsmodell etabliert. Sie verkaufen nicht nur die Basisapparaturen zu Preisen, die einem Kleinwagen entsprechen können, sondern auch permanente Zubehör wie spezielle Matten, „Energetisierer“ für Lebensmittel und Software-Updates mit neuen „Therapiefrequenzmustern“. Dass diese Frequenzen weder wissenschaftlich validiert noch physikalisch plausibel sind, stört den Vertrieb nicht im Geringsten. Die Methode lebt seit nunmehr über vier Jahrzehnten von der Hoffnung Verzweifelter und der allgemeinen Faszination für vermeintlich hochentwickelte Messtechnik – eine Mischung, die nach wie vor profitable Geschäfte ermöglicht, ohne je einen nachweisbaren medizinischen Nutzen für die behandelten Menschen oder Tiere erbracht zu haben.
 
== Was du wissen solltest ==
 
Bioresonanztherapie basiert auf der unbewiesenen und physikalisch widerlegten Annahme messbarer Körperschwingungen, die angeblich Krankheiten anzeigen und elektronisch gelöscht werden können. Studien belegen keine Wirksamkeit über Placebo hinaus, weshalb gesetzliche Krankenkassen in Deutschland die Kosten nicht übernehmen und Patienten alle Kosten selbst tragen müssen. Wer die Methode bei Allergien, Schlafstörungen oder chronischen Beschwerden in Anspruch nimmt, zahlt für eine Scheinbehandlung und riskiert, wertvolle Zeit für evidenzbasierte Therapien zu verlieren. Bei ernsten Erkrankungen von Mensch oder Tier sollte stets ein entsprechender Facharzt aufgesucht werden, der auf wissenschaftlich gesicherte Diagnose- und Behandlungsverfahren setzt.
 
== Weblinks ==
* [http://www.gwup.org/inhalte/77-themen/komplementaer-und-alternativmedizin-cam/843-bioresonanz-therapie Krista Federspiel: Bioresonanz-Therapie.]
* [http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/behandlung-nichtmedikamentoese-und-alternative-therapien-bioresonanztherapie-8148.php Bioresonanztherapie]
* [https://www.srf.ch/news/schweiz/esoterischer-humbug-bioresonanz-therapie-viel-geld-fuer-keine-wirkung https://www.srf.ch/news/schweiz/esoterischer-humbug-bioresonanz-therapie-viel-geld-fuer-keine-wirkung]
* [http://www.tellmed.ch/include_php/previewdoc.php?file_id=12339 Brunello Wüthrich: «Unproven» Tests bei Nahrungsmittelintoleranzen (2. Teil)]
* [http://derstandard.at/1363705912849/Bioresonanz-Heilen-mit-einem-Luegendetektor? Gabriela Poller-Hartig: Bioresonanz: Heilen mit einem Lügendetektor?]
* [http://www.sueddeutsche.de/wissen/bioresonanztherapie-von-falsch-gepolten-schwingungen-1.925084 Colin Goldner: Von falsch gepolten Schwingungen]
* [http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Bioresonanz-Therapeutischer-Unsinn/story/11046783 Hugo Stamm: Bioresonanz: "Therapeutischer Unsinn"]
* [http://www.sektenwatch.de/drupal/sites/default/files/files/alternativmedizin_antroposophie_kinesiologie_geistheilung.pdf Krista Federspiel: Alternativmedizinische Angebote und ihre ideologischen Hintergründe.]
* [http://www.welt.de/print-welt/article209116/Bioresonanz-unwirksam.html Bioresonanz unwirksam]
* [http://www.ssai.ch/uploads/media/2006-02-1346-DE.pdf B. Wüthrich et al.: Bioresonanz - diagnostischer und therapeutischer Unsinn.]
* [http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=26289 Ärzte-Test: Bioresonanztherapie. Negative Schwingungen]
* [https://www.aekno.de/fileadmin/user_upload/RheinischesAerzteblatt/Ausgaben/1996/1996.09.015.pdf https://www.aekno.de/fileadmin/user_upload/RheinischesAerzteblatt/Ausgaben/1996/1996.09.015.pdf]
* [http://www.abi-ev.de/pdf/in141103.pdf Helga Lerchenmüller: Scientology und die Bioresonanztherapie.]
* [http://www.quackwatch.com/01QuackeryRelatedTopics/Tests/vegatest.html Robert Mosenkis: Examination of a Vegatest Device.]
* [http://www.sektenwatch.de/drupal/sites/default/files/files/okkultes_esoterisches_in_der_medizin.pdf Krista Federspiel: Okkultes und Esoterisches in der Medizin.]
* [https://www.srf.ch/news/schweiz/esoterischer-humbug-bioresonanz-therapie-viel-geld-fuer-keine-wirkung Die Bioresonanz-Methode gilt als unwirksam – aber wird nun als Wundermittel gegen Corona angepriesen - Krankenkassen zahlen Millionen für Scientologen-Therapie]
* [https://www.watson.ch/blogs/sektenblog/138183379-wenn-leichen-laecheln-willkommen-bei-der-bioresonanz Wenn Leichen lächeln und Leberkäse leben – willkommen bei der Bioresonanz]
* [https://onkelmichael.blog/2022/06/03/nur-der-leberkas-war-zeuge-die-bioresonanztherapie-vor-gericht https://onkelmichael.blog/2022/06/03/nur-der-leberkas-war-zeuge-die-bioresonanztherapie-vor-gericht]


[[Kategorie:Pseudomedizin]]
[[Kategorie:Pseudomedizin]]
[[Kategorie:Esoterik]]

Aktuelle Version vom 10. Mai 2026, 21:35 Uhr

Die Bioresonanztherapie basiert auf der Annahme, der Körper sende krankheitsrelevante elektromagnetische Schwingungen aus. Diese Signale sollen über Geräte verstärkt, invertiert und zurückgeleitet werden, um Beschwerden zu lindern. Eine wissenschaftliche Wirksamkeit ist bisher nicht belegt.

Entstehung und Verbreitung des Verfahrens

Entstehung und Verbreitung des Verfahrens

Die Bioresonanztherapie geht auf den Arzt Franz Morell (1921–1990) und den Ingenieur Erich Rasche (1946–2010) zurück. 1977 stellten sie das erste Gerät vor, das nach ihren Initialen MORA-Therapie genannt wurde. Das Konzept knüpft an die Elektroakupunktur nach Voll (EAV) an, bei der Messungen am Hautwiderstand erfolgen. Später tauchten weitere Bezeichnungen wie biophysikalische Informationstherapie (BIT), elektromagnetische Resonanztherapie oder Multiresonanztherapie auf. Heute wird das Verfahren in vielen alternativmedizinischen Praxen angeboten, teils auch für Tiere und Pflanzen. In Österreich wird zudem eine Variante zur Gewichtsreduktion (AMB-Methode) beworben. Die Kosten übernehmen gesetzliche Krankenkassen in Deutschland nicht, da der Gemeinsame Bundesausschuss eine fehlende Wirksamkeitsprüfung feststellte.

Funktionsweise der Geräte

Funktionsweise der Geräte

Ein typisches Bioresonanzgerät nimmt über eine Handelektrode eine elektrische Wechselspannung vom Patienten auf. Dieses Signal wird verstärkt, gegebenenfalls invertiert und anschließend über eine zweite Elektrode zurückgeleitet. Die Begründung: Durch Überlagerung der ursprünglichen mit der invertierten Schwingung sollen „pathologische“ Anteile gelöscht werden. Filter (Hochpass, Tiefpass oder Bandpass) begrenzen zuvor den Frequenzbereich. Einige Geräte enthalten zusätzlich einen sogenannten Separator oder „Molekularsaugkreis“. Diese Bauteile sollen „harmonische“ von „disharmonischen“ Signalanteilen trennen, indem das elektrische Signal an einen kleinen Behälter mit Substanzen wie Chlorophyll oder Hämoglobin gekoppelt wird. Wie diese Trennung physikalisch erfolgen soll, bleibt unklar; nachweisliche Messdaten liegen nicht vor. Die Behandlung dauert wenige Minuten bis zu einer halben Stunde, wobei die „Therapieschwingung“ sekundenweise mit Pausen wiederholt wird. Neben Handelektroden kommen auch Handschuhe, Fußlinge oder Matten mit eingewebten Metallfäden zum Einsatz.

Physikalische und biologische Einwände

Physikalische und biologische Einwände

Die Annahme, der Körper strahle charakteristische elektromagnetische Schwingungen ab, die sich mit einfachen Verstärkern erfassen und manipulieren ließen, widerspricht physikalischen Grundlagen. Die abgegriffenen Signale bestehen überwiegend aus technischen Störfeldern, insbesondere der 50-Hz-Netzfrequenz und ihren Oberwellen. Diese Störspannungen sind zwar messbar, lassen sich jedoch nicht mit individuellen Krankheitsmustern in Verbindung bringen. Befürworter erklären ausbleibende Messergebnisse häufig mit der Behauptung, die Körpersignale seien „zu schwach“ und würden im Geräterauschen untergehen. Gleichzeitig postulieren sie aber, dass dieselben Signale problemlos verstärkt und invertiert werden könnten – ein Widerspruch. Zudem fehlen reproduzierbare Frequenzspektren, die eine Diagnose oder Verlaufskontrolle erlauben würden. Patentschriften und Aussagen Morells zeigen esoterische Vorstellungen zur Elektrotechnik, etwa die Behauptung, eine Schwingung könne durch simple Invertierung „gelöscht“ werden. Auch die Trennung von „guten“ und „schlechten“ Frequenzanteilen mit Hilfe von Pflanzenpigmenten oder Mineralien ist physikalisch nicht plausibel, da elektrische Signale im Bereich von Hertz bis Kilohertz nicht mit optischen Filtereigenschaften wechselwirken.

Verfahren im klinischen Alltag

In der Praxis wird Bioresonanz häufig bei allergischen Erkrankungen, Schlafstörungen, chronischer Müdigkeit und Schmerzen eingesetzt. Manche Anbieter diagnostizieren zunächst mit Elektroakupunktur nach Voll, indem sie den Hautwiderstand an Akupunkturpunkten messen und Glasampullen mit Allergenextrakten in die Schaltung einbringen. Ein von 50 abweichender Zeigerausschlag gilt dann als „Belastung“. Anschließend wählt der Therapeut ein passendes „Frequenzmuster“ aus dem Gerätespeicher oder verwendet das invertierte Patientensignal. Die Sitzungen wiederholen sich mehrmals wöchentlich über Wochen bis Monate. Da objektive Messgrößen fehlen, erfolgt die Erfolgsbeurteilung überwiegend subjektiv. Kritiker warnen vor Fehldiagnosen und verzögerter konventioneller Therapie, etwa bei unerkannten Infektionen oder Tumoren. In der Schweiz rät die Fachkommission der Gesellschaft für Allergologie und Immunologie einstimmig von diagnostischer und therapeutischer Anwendung ab.

Studienlage und regulatorische Bewertung

Randomisierte, placebokontrollierte Studien zeigen für Bioresonanz keine Wirksamkeit über den Placebo-Effekt hinaus. Eine Untersuchung an Kindern mit atopischem Ekzem führte zu keinem Unterschied zwischen aktiver und Scheinbehandlung. Bei der Therapie des kindlichen Stotterns ebensowenig wie bei allergischer Rhinitis oder Asthma. Eine kleine Pilotstudie zur Rauchentwöhnung berichtete einen positiven Effekt, doch die Fallzahl war gering und die Blinding-Qualität umstritten. Systematische Reviews kommen übereinstimmend zum Schluss, dass keine zuverlässigen Daten für eine klinische Nutzen-Risiko-Relation vorliegen. In Deutschland ist das Verfahren seit 2006 im Anhang II der Methoden-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgeführt, was eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ausschließt. Die Schweizerische Ärztezeitung bezeichnet Bioresonanz als „diagnostischen und therapeutischen Unsinn“. Trotzdem bleibt das Angebot vielfältig, da die Geräte als „Wellness“-Produkte oder für Tierheilkunde vermarktet werden und damit der Regulierung entgehen.

Weblinks

  1. GWUP-Dossier zur Bioresonanztherapie
  2. AOK-Bundesverband: Bioresonanztherapie
  3. SRF-Beitrag „Esoterischer Humbug – Bioresonanztherapie: Viel Geld für keine Wirkung“

Veröffentlichungen

  • Stiftung Warentest: Bioresonanztherapie. In: Die Andere Medizin, S. 111-115, Berlin, Januar 2006
  • Edzard Ernst: Bioresonance, a study of pseudo-scientific language. Forsch Komplementärmed Klass Naturheilkd. 2004;11(3):171-173
  • Schoni MH et al.: Efficacy trial of bioresonance in children with atopic dermatitis. Int Arch Allergy Immunol. 1997;112(3):238-246
  • Cap F: Bemerkungen eines Physikers zur Bioresonanz. Allergologie 1995;18:253-257

Einzelnachweise

  1. Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, Anlage II Nr. 17, Stand 18.12.2014 (PDF)
  2. Übersichtsarbeit der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie, Schweiz Ärztezeitung 2006;87(2):50-54