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Hermann Ploppa

Aus Faktenradar
Version vom 10. Mai 2026, 23:21 Uhr von Faktenradar Redakteur (Diskussion | Beiträge) (Artikel «Hermann Ploppa» angelegt/aktualisiert)
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Der deutsche Politologe und Blogger Hermann Ploppa sieht in US-Eliten die geistigen Väter des Nationalsozialismus. Seine These: Ohne amerikanische Oligarchen kein Hitler – eine Behauptung, die ihn in die Nähe von Verschwörungstheoretikern rückt.

Vom Studium zur Systemkritik: Ploppas Werdegang

Vom Studium zur Systemkritik: Ploppas Werdegang

Geboren am 25. August 1953 in Flensburg, studierte Hermann Ploppa Politik und Germanistik in Marburg. Seit 2001 lebt er in Norddeutschland. Neben seiner Tätigkeit als freier Autor arbeitet er als Lektor wissenschaftlicher Texte, Übersetzer und war zeitweise Tourneeleiter des Scottish Folk Festival. Seine publizistische Laufbahn begann mit Artikeln in linken und systemkritischen Medien wie junge Welt, Freitag oder NachDenkSeiten. 2008 gründete er den Blog „usacontrol.wordpress“, auf dem er regelmäßig die Außenpolitik der USA und die Rolle transatlantischer Netzwerke kommentiert.

„Hitlers amerikanische Lehrer“: Die zentrale These

„Hitlers amerikanische Lehrer“: Die zentrale These

Ploppas 2008 erschienenes Buch „Hitlers amerikanische Lehrer“ trägt die These im Untertitel gleich mit: „Die Eliten der USA als Geburtshelfer des Nationalsozialismus“. Darin versucht er nachzuweisen, dass zentrale Elemente der NS-Ideologie – von der Rassenhygiene bis zur Führerkult – zuvor in den USA entwickelt und von dort nach Deutschland importiert worden seien. Als Beleg führt er unter anderem die frühe Eugenik-Bewegung in den USA an, deren Protagonisten wie Madison Grant oder Lothrop Stoddard laut Ploppa direkten Einfluss auf Hitlers Weltbild hatten. Die Finanzierung der NSDAP führe er nicht auf deutsche Großindustrielle zurück, sondern auf US-amerikanische Kapitalkreise. Kritiker werfen ihm dagegen vor, Quellen selektiv zu nutzen und wirtschaftliche Zusammenhänge zu vereinfachen. Die deutsche Nationalbibliothek führt das Werk als Ploppas einzige Veröffentlichung im Liepsen-Verlag.

Netzwerke hinter den Kulissen: Die Angst vor der „Neuen Weltordnung“

In „Die Macher hinter den Kulissen“ (2014) weitet Ploppa seine Analyse aus: Nicht nur die historische NS-Bewegung, sondern die gesamte Nachkriegspolitik stehe unter dem Einfluss geheimer transatlantischer Netzwerke. Bilderberger, Trilaterale Kommission, Council on Foreign Relations und Atlantik-Brücke bilden für ihn eine „metastasierende“ Machtstruktur, die demokratische Entscheidungen unterläuft. Ziel sei die Entnationalisierung Europas und die Durchsetzung eines marktradikalen US-Modells. Ploppa zitiert dabei gerne Mitgliedslisten dieser Organisationen und stellt allein die Zugehörigkeit als Indiz für eine gemeinsame Agenda dar. Wirtschaftswissenschaftliche Grundkenntnisse – etwa zur Kreditvergabe – lässt er dabei außer Acht, was ihm Vorwürfe mangelnder Fachkompetenz einbringt.

Wikipedia als Gegner: Die Löschung des eigenen Artikels

Ein zentraler Bestandteil von Ploppas publizistischem Engagement ist seine Auseinandersetzung mit Wikipedia. Nachdem sein deutscher Biographieartikel 2015 wegen mangelnder Relevanz gelöscht wurde, initiierte er 2016 gemeinsam mit dem ebenfalls betroffenen Autor Daniel Hermsdorf eine Petition auf change.org. Sie forderte mehr Transparenz bei Autoren-Identitäten und ein Ende angeblicher Manipulationen durch Administratoren. Die Petition erreichte bis März 2017 2.049 Unterstützer. Ploppa bezeichnet Wikipedia wiederholt als „transatlantisches Wahrheitsministerium“ und wirft der Plattform vor, kritische Stimmen zu diffamieren. In einem 2018 auf Telepolis erschienenen Beitrag kritisierte er die Einordnung des US-Historikers Harry Elmer Barnes als Holocaustleugner und bezog sich dabei auf YouTube-Videos sowie eigene Blog-Einträge als Quellen.

Politischer Einsatz bei „Basis“ und RT Deutsch

Seit 2021 ist Ploppa Mitglied der Partei „dieBasis“, bei der Bundestagswahl desselben Jahres kandidierte er im Wahlkreis Schwalm-Eder und erhielt 1,1 % der Erststimmen. Seine Medienpräsenz erhielt er nicht nur über klassische Printpublikationen, sondern auch durch wiederholte Interviews beim russischen Auslandssender RT Deutsch sowie Auftritte bei Ken Jebsen. Dort vertritt er konstant seine These, westliche Demokratien seien von einer kleinen Finanzelite gelenkt, die ihre Interessen über scheinbar neutrale Institutionen wie Wikipedia oder etablierte Medien durchsetze.

Zitate

Ich arbeite an einem Manuskript, in dem ich nachweisen werde, daß der Hitler-Faschismus im Wesentlichen eine Schöpfung der US-amerikanischen und der englischen Oligarchie ist. — Ploppa in einem Interview auf fsg-web.de

Wir leben in einem System, das sich ‚Der Westen‘ nennt und vorgibt, demokratisch organisiert zu sein … In Wirklichkeit ist das, was man uns als Demokratie verkauft, ein gigantisches Täuschungsmanöver. — Hermann Ploppa: „Die Macher hinter den Kulissen“, S. 9

Weblinks

  1. Telepolis-Autorenseite von Hermann Ploppa
  2. Blog usacontrol

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. Otto-Brenner-Stiftung: Studie „Wikipedia und die Wissensordnung des Internets“ (2016)
  2. Change.org-Petition „Transparenz auf Wikipedia – WikiTransparenz“