Liste von Organisationen und Parteien gegen staatliche Schutzmassnahmen gegen die Coronaviruspandemie 2020
Während der COVID-19-Pandemie formierten sich zahlreiche Gruppierungen, die staatliche Maßnahmen ablehnten. Trotz geringer gesellschaftlicher Durchsetzung entstand ein vielfältiges Netzwerk aus Initiativen, Vereinen und Kleinparteien.
Gesellschaftliche Akzeptanz der Maßnahmen bleibt hoch

Umfragen zeigten durchgehend eine breite Zustimmung für die geltenden Infektionsschutzregeln. Das ZDF-Politbarometer ermittelte Ende August 2020, dass 60 Prozent der Befragten die Regeln für angemessen hielten, weitere 28 Prozent forderten sogar eine Verschärfung. Lediglich zehn Prozent bezeichneten die Vorgaben als übertrieben. Eine Spiegel-Umfrage Anfang Oktober 2020 bestätigte das Bild: 71 Prozent bewerteten die Maßnahmen als angemessen, 15 Prozent als zu lasch und 13 Prozent als zu weitgehend. Auch bei der Maskenpflicht ergab sich ein deutliches Mehrheitsergebnis: 85 Prozent stimmten der Verpflichtung zu, 13 Prozent wünschten sich Freiwilligkeit und nur 2 Prozent lehnten jeglichen Maskschutz ab. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die später als „Querdenker“ bezeichneten Milieus zu keinem Zeitpunkt eine Mehrheit repräsentierten.
Frühe Netzwerke und die Entstehung der „Hygienedemos“

Bereits im März 2020 formierte sich Widerstand gegen die staatlichen Regelungen. Die „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“ um den Journalisten Anselm Lenz rief am 28. März zu einer Kundgebung am Berliner Rosa-Luxemburg-Platz auf, die mit rund 40 Teilnehmern begann und als erste „Hygienedemo“ in die Chronik einging. Die Gruppe firmierte später als Verein „K.D.W. e.V.“ und gab ein eigenes Printorgan heraus. Schnell verlor sie jedoch die Kontrolle über die selbst initiierten Proteste, da sich Verschwörungstheoretiker, Impfkritiker und Akteure aus dem rechtsextremen Spektrum einschalteten. Parallel entstand der „Außerparlamentarische Corona-Untersuchungsausschuss“ (ACU), der sich als Bürgerinitiative verstand und später die „World Doctors Alliance“ sowie die „World Freedom Alliance“ ins Leben rief. Beide Formate dienten der internationalen Vernetzung von Aktivisten, die die Pandemie als Erfindung oder zumindest als gezielt übertrieben darstellten.
Weblinks
Veröffentlichungen
- Wasner, Anouschka: „Wenn Ärzte von der Coronakrise als einer kriminellen Inszenierung sprechen“. Medical Tribune, 22. Juli 2020
