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Wilhelm Mohorn

Aus Faktenradar
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Wilhelm Mohorn (\* 25. November 1954 in Wien) ist ein österreichischer Unternehmer, Autor und Scientologe. Überregional bekannt wurde er als Gründer der Firma Aquapol, die Geräte zur sogenannten energielosen Mauertrockenlegung vertreibt. Die von Mohorn propagierten Technologien beruhen auf physikalisch nicht nachweisbaren Konzepten wie „Raumenergie“ und „Wasserpolarisation“ und gelten in der wissenschaftlichen Gemeinschaft als pseudowissenschaftlich. Trotz wiederholter gerichtlicher Verbote unbelegter Werbeaussagen und der Insolvenz seines Ursprungsunternehmens im Jahr 2018 tritt Mohorn weiterhin als Erfinder und Naturforscher auf. Er gehört der Scientology-Organisation an und erreichte den Grad eines „Operating Thetan IV“. Auch seine Familie ist eng in die Organisation eingebunden und in die Geschäftsführung der Nachfolgeunternehmen involviert.

Wilhelm Mohorn

Leben und Unternehmertum

Mohorn gibt an, ein studierter Maschinenbauer zu sein. Den Anstoß zur Entwicklung seines späteren Geschäftsmodells erhielt er angeblich durch verrostete Musikinstrumente in seinem Keller. Dieses Problem veranlasste ihn, nach alternativen Energieformen und Methoden zur Feuchtebekämpfung zu suchen. 1985 gründete er in Reichenau an der Rax die Firma Aquapol – wasserpolarisationstechnische Geräte Gesellschaft mbH. Das Unternehmen versprach, feuchte Gebäudemauern ohne elektrischen Strom, chemische Zusätze oder bauliche Veränderungen zu trocknen.

Die angebotene Technologie basiert auf der Behauptung, spezielle Zylinder könnten die Polarisationsrichtung von Wassermolekülen in der Mauerwerkstruktur verändern und so Feuchtigkeit „nach unten“ ableiten. Dies widerspricht fundamentalen Prinzipien der Thermodynamik und Bauphysik, da die Trocknung von Mauerwerk grundsätzlich Energie zur Verdunstung oder Abführung des Wassers benötigt. Dennoch etablierte Mohorn sein Unternehmen am Markt und warb erfolgreich um Kunden, die an alternative Heilungsmethoden für feuchte Keller glaubten. Über Jahrzehnte baute er ein Netzwerk aus Vertriebspartnern auf, darunter auch Firmen im Ausland wie die schweizerische „Delphin Bürkli & Partner“. Die Geschäftstätigkeit blieb jedoch stets kontrovers und zog wiederholte behördliche Prüfungen und gerichtliche Auseinandersetzungen nach sich.

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