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Das offene Wiki zur kritischen Einordnung von Pseudowissenschaft, Verschwörungserzählungen und Desinformation im deutschsprachigen Raum — 401 Artikel mit transparenten Quellen und dokumentiertem Korrekturrecht.

Freie-Energie-Geschäftsmodelle

Aus Faktenradar

Seit Jahrzehnten werben Firmen und Einzelpersonen für Anlagen, die angeblich mehr Energie liefern, als ihnen zugeführt wird. Die Palette reicht von angeblichen Magnetmotoren bis zu Kleinreaktoren, die angeblich Neutrinos nutzen. Eine Übersicht über Versprechen, Protagonisten und den häufigen wirtschaftlichen Ausgang solcher Projekte.

Serienreife blieb aus – typische Verkaufsargumente

Serienreife blieb aus – typische Verkaufsargumente

Ob „Split-Flux-Transformer“, „Hydrino“ oder „kalte Fusion“: Die Muster sind ähnlich. Ein Gerät oder ein Verfahren soll ein energetisches Überschuss erzeugen, ohne dabei die bekannten Erhaltungssätze der Physik zu verletzen. Klassische Formulierungen lauten „keine Betriebskosten“, „autarke Ladevorgänge“ oder „Wirkungsgrade jenseits des Carnot-Limits“. Häufig wird ein Patent angemeldet, ein Prototyp für Minuten vorgeführt und eine Marktreife für „nächstes Jahr“ in Aussicht gestellt. Liefertermine werden dann aber wiederholt verschoben, bis Investoren abspringen oder Ermittler einschreiten. Die Liste der Betroffenen reicht von Kleinanlegern bis zu Risikokapitalgesellschaften, die zweistellige Millionenbeträge vorab überwiesen haben.

Magnet- und Schwerkraftkonzepte

Magnet- und Schwerkraftkonzepte

Der ehemalige türkische Polizist Muammer Yildiz präsentierte seit den 2000er-Jahren mehrfach einen „Magnetmotor“, der angeblich ohne Energiezufuhr läuft. Bei Vorführungen in Universitätsaulen oder Messen brach der Betrieb stets nach wenigen Minuten ab, sodass der Verdacht versteckter Batterien nicht ausgeräumt werden konnte. Die Stuttgarter Energiemacher GmbH warb für das „MAG8 Magnetkraftwerk“, das durch „intermolekulare Quantenfeldfluktuation“ unbegrenzt Strom liefern sollte; ein Marktstart blieb aus. Die Luxemburger Steho Energy AG versprach, Blindleistung in Wirkleistung zu verwandeln – ein Verfahren, das ebenfalls keinen nachweisbaren Energiegewinn erbrachte. Auch das Konzept von Hans Weidenbusch (HWCV Technologie Transfers) griff auf schwer prüfbare Schlagworte wie „Raumquanten“ zurück und sicherte Anlegern 20 % jährliche Rendite, solange die Lizenzverwertung laufe. Die TransAltec AG, die mehrere dieser Projekte bewarb, wurde 2022 im Schweizer Handelsregister von Amtes wegen gelöscht, weil keine Geschäftstätigkeit mehr vorlag.

Weblinks

  1. US-Patentanmeldung 2009/0048008 A1: Hydro-Electric Reactor
  2. Europäisches Patentportal: Einzelheiten zur Patentanmeldung WO 00/28656 A1

Veröffentlichungen