LaRouche-Bewegung
Seit den 1970ern verbindet ein lose gekoppeltes Netzwerk von Organisationen die Ideen des US-Amerikaners Lyndon LaRouche. Die Gruppierungen werben für ein neues Weltwährungssystem, lehnen Klimaschutz ab und stehen wiederholt wegen antisemitischer Verschwörungstheorien in der Kritik.
Struktur und Finanzierung des Netzwerks

Ein zentrales Organisationsbild existiert nicht; stattdessen arbeiten weltweit mehrere Dutzend Vereine, Parteien und Medienprojekte lose zusammen. In Deutschland sind das Schiller-Institut in Wiesbaden und die Partei „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ (BüSo) die bekanntesten Vertreter. Als Dachorganisation in den USA fungiert das „National Democratic Policy Committee“, das früher unter dem Namen „National Caucus of Labor Committees“ (NCLC) auftrat. Die interne Hierarchie ist auf den Gründer ausgerichtet: Entscheidungen werden nach Angaben von Aussteigern zentral vorgegeben, Mitglieder sollen sich finanziell und zeitlich weitgehend auf das Netzwerk konzentrieren. Schon in den 1980er Jahren schätzte die International Herald Tribune das Jahresbudget auf rund 30 Millionen US-Dollar, zusammengesetzt aus Spenden, Zeitschriftenabos und Schulungsgebühren. Verlagsarm ist der „Dr. Böttiger-Verlag“, der die Zeitschrift „Fusion“ herausgibt; die englischsprachige „Executive Intelligence Review“ (EIR) dient als weltweites Sprachrohr.
Ideologische Kernpunkte und innere Weltbilder

Das Netzwerk propagiert ein System fester Wechselkurse nach dem Vorbild der 1944er Bretton-Woods-Vereinbarung, massive Ausweitung der Atomenergie sowie Großprojekte wie ein europäisches Transrapid-Netz. Kritiker sprechen von einem „Ökokatastrophismus“, weil Umweltorganisationen pauschal als „Ökofaschisten“ diffamiert werden. Der Club of Rome, Greenpeace und der WWF gelten in den Publikationen als Marionetten britischer Oligarchen, die gezielt eine „Gegenkultur“ installieren und die Industrienationen in ein „neues dunkles Zeitalter“ führen wollten. Auch der menschengemachte Klimawandel wird offiziell zurückgewiesen; stattdessen verweist die BüSo auf Arbeiten des Lehrers Ernst-Georg Beck, die im wissenschaftlichen Mainstream nicht Bestand haben. In internen Schriften wird weiterhin behauptet, dass Kernumwandlungen (Transmutationen) eine nahezu unbegrenzte Energiequelle darstellten, wobei die physikalisch notwendige Energiebilanz ignoriert wird. Verschwörungstheoretisch heißt es, mächtige Gruppen würden entsprechende Experimente systematisch unterdrücken.
Weblinks
- AGPF-Dossier zur LaRouche-Bewegung
- Publiceye.org-Sammlung zu LaRouche
- Hagalil-Artikel zu antisemitischen Strömungen
Veröffentlichungen
- Dennis King: Nazis without Swastikas – Lyndon LaRouche and the New American Fascism
- Beyes-Corleis, A.: Verirrt – Mein Leben in einer radikalen Politorganisation
- Lorscheid, H. & Müller, L. A.: Deckname Schiller – Die deutschen Patrioten des Lyndon LaRouche