Michael Mross
Der 1958 geborene Kölner Michael Mross war einst als Börsenmoderator im deutschen Fernsehen präsent. Später gründete er das Blog MMnews und die Plattform Homment, die wiederholt für Desinformation, Verschwörungstheorien und rechtsextreme Inhalte kritisiert wurden.
Karriere als Finanzjournalist und Moderator

Michael Mross studierte Jura und arbeitete von 1984 bis 1991 als Filmautor und TV-Dokumentarist für den Westdeutschen Rundfunk. In den 1990er Jahren wurde er einem breiteren Publikum als Börsenmoderator bekannt. Er war unter anderem für das RTL-Wirtschaftsmagazin „Geldmarkt“ tätig und moderierte von 1993 bis 2000 die Telebörse bei n-tv. 2003 wechselte er zu N24, wo er bis 2008 die Börse präsentierte. Parallel dabei war er bis 2010 auch als Moderator für den Finanzsender CNBC tätig. In dieser Zeit veröffentlichte Mross mehrere Bücher zu Börsen- und Finanzthemen, darunter „Börse kinderleicht“ (1998), „Die Börse“ (2001) und „Der Währungscrash kommt“ (2011).
Gründung von MMnews und ideologische Wende

Nach seiner Karriere im etablierten Fernsehjournalismus wandte sich Mross zunehmend alternativen Medien zu. Er gründete das Blog MMnews, das er über die dexweb GmbH aus Berlin als Geschäftsführer betreibt. Das Portal bezeichnet sich selbst als „größtes Wirtschaftsblog Europas“, steht jedoch seit Jahren in der Kritik, weil es verschwörungstheoretische Inhalte, Desinformation und rechtsextreme Positionen verbreitet. Mross bezeichnet etablierte Medien wiederholt als „Lügenpresse“ und nennt Journalisten „Medienhuren“ oder „Maulhuren“. Die Inhalte des Blogs reichen von finanzapokalyptischen Szenarien bis zur Leugnung des menschengemachten Klimawandels. Häufige Autoren neben Mross sind Norbert Knobloch, Walter K. Eichelburg und Hans-Jörg Müllenmeister, die sich durch ablehnende Haltungen gegenüber der Schulmedizin, der Bundesrepublik Deutschland und etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen hervortun.
Verbreitung von Verschwörungstheorien und Falschinformationen

MMnews veröffentlichte wiederholt Inhalte, die als Verschwörungstheorien oder Falschinformationen einzustufen sind. So wurde behauptet, die Bundesrepublik Deutschland sei kein souveräner Staat, sondern werde von den Alliierten besetzt. Diese Positionen entsprechen den Ansichten der sogenannten Reichsbürgerbewegung. Auch die Existenz eines angeblichen „geheimen Staatsvertrags“, der eine deutsche Souveränität bis 2099 ausschließe, wurde verbreitet. In der Coronavirus-Pandemie wurden Inhalte veröffentlicht, die das Virus als Mittel zu einem „versuchten Massenmord“ durch Pharmaunternehmen darstellten. Die Plattform verbreitete auch die Chemtrail-Theorie und behauptete, die Bilderberger-Gruppe steuere deutsche Politik und Medien. Ein besonders brisanter Fall ist die Verbreitung eines gefälschten Satellitenbildes im Zusammenhang mit dem Absturz des Fluges MH17 im Juli 2014. Das Bild, das einen angeblichen Angriff eines ukrainischen Kampfflugzeugs auf die Passagiermaschine zeigen sollte, wurde trotz eindeutiger technischer Fehler als authentisch präsentiert.
Die Plattform Homment und ihre Rolle bei Desinformation
Neben MMnews betreibt Mross auch die Plattform Homment, auf der Nutzer nach dem „publish yourself“-Prinzip eigene Texte veröffentlichen können. Die Domain ist auf Mross registriert. Homment wurde wiederholt zur Verbreitung von Falschinformationen genutzt. So wurde 2017 ein gefälschtes Schreiben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums veröffentlicht, das den Eindruck erweckte, Minister Herbert Reul habe Polizeibeamte angewiesen, Straftaten von Migranten zu vertuschen. Diese Fälschung führte zu einem Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung. Auch wurden auf Homment erfundene Interviews und Behauptungen über das Projekt Psiram veröffentlicht, darunter antisemitisch konnotierte Unterstellungen über angebliche „religiöse Hintergründe“ der Betreiber. Die Plattform diente zudem zur Verbreitung von Reichsbürger-Ideen, etwa durch die Behauptung, Deutschland stehe bis 2099 unter alliierter Kontrolle und die Medien seien entsprechend gelenkt.
Unfall in Sri Lanka und Auswanderung
Am 6. März 2016 wurde Michael Mross bei einem Unfall in Tangalle, Sri Lanka, von einem betrunkenen Einheimischen angefahren und schwer verletzt. Dabei verlor er seine rechte Hand sowie sein rechtes Bein. Nach diesem Ereignis zog sich Mross zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Laut eigenen Angaben lebt er seit Oktober 2022 in Dubai. Die Gründe für diese Auswanderung wurden nicht offiziell mitgeteilt, jedoch steht seine Online-Präsenz mit MMnews und Homment weiterhin unter Beobachtung durch Medienforschung und Zivilgesellschaft.
Weblinks
Veröffentlichungen
- Börse kinderleicht
- Die Börse
- Schnell reich – die ewigen Gesetze der Börse
- Evolution des Erfolgs
- Der Währungscrash kommt