Mike Brady
Michael James Brady wurde durch die Vermarktung eines vermeintlichen „Magnetmotors“ bekannt. Nach Jahren internationaler Werbung und Millionenzahlungen folgte eine Verurteilung wegen Betrugs.
Karriere und Geschäftsidee

Michael James Brady, zumeist Mike Brady genannt, war ein südafrikanischer Geschäftsmann, der sich in den 2000er-Jahren als Erfinder eines angeblich funktionsfähigen „Magnetmotors“ präsentierte. Nach eigenen Angaben arbeitete er 17 Jahre für eine geheime Polizeieinheit in Südafrika, bevor er sich der Entwicklung von Energietechnologien widmete. Über seine Firma Perendev Power Developments Pty Ltd. bewarb er Geräte, die nach seinen Angaben allein durch Magnetkraft Strom erzeugen sollten. Brady behauptete, er habe ein System entwickelt, das die Erdanziehungskraft zur Energiegewinnung nutze – ein Konzept, das in Fachkreisen als wissenschaftlich nicht haltbar gilt. Trotzdem gelang es ihm, internationale Aufmerksamkeit zu erzeugen und Investoren zu gewinnen. Die Perendev-Group unterhielt Niederlassungen in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Russland, die Schweiz und die Niederlande. In München wurde zudem der Rechtsanwalt Hans Badenhorst als mitwirkende Person genannt.
Internationale Vermarktung und Unterstützer

Brady fand prominente Unterstützer für seine angebliche Erfindung. Adolf Schneider, Herausgeber des Schweizer NET-Journals, veröffentlichte mehrere positive Berichte über Brady und dessen Magnetmotor. Auch Sterling Allan, Gründer des US-Unternehmens Pure Energy Systems Network (PESN), warb für Brady und organisierte eine USA-Reise zur Präsentation der Geräte. In Deutschland wurde Brady durch Artikel in der Esoterikzeitschrift „Raum & Zeit“ sowie auf Webseiten wie „unglaublichkeiten“ bekannt gemacht. Trotz mangelnder technischer Beweise oder unabhängiger Tests gelang es Brady, zahlreiche Interessenten zu überzeugen. Die Geräte wurden über Lizenzmodelle und Vorbestellungen angeboten, wobei Kunden hohe Anzahlungen leisteten. Ein Beispiel ist ein Vertrag über einen 300-kW-Magnetmotor für rund 45.800 Euro, bei dem 50 Prozent des Betrags vorab fällig waren und eine Lieferzeit von neun bis zwölf Monaten versprochen wurde.
Betrugsvorwürfe und Gerichtsverfahren

Im Jahr 2010 kam Brady erstmals mit dem Gesetz in Konflikt. Nachdem zahlreiche Kunden in Deutschland und anderen Ländern Vorauszahlungen geleistet hatten, ohne jemals ein funktionierendes Gerät zu erhalten, stellte die Staatsanwaltschaft München I Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Betrugs ein. Brady war inzwischen in die Schweiz geflohen und lebte in Wollerau am Zürichsee. Am 29. März 2010 wurde er dort aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Im November 2010 verurteilte das Landgericht München I ihn wegen Betrugs in 36 Fällen und versuchten Betrugs in 19 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten. Nach seiner Haftentlassung im Oktober 2014 wurde Brady nach Südafrika abgeschoben und erhielt ein Einreiseverbot für Deutschland. Laut Medienberichten sollen mindestens 41 Geschädigte insgesamt rund eine Million Euro verloren haben.
Patentanmeldung und technische Kritik
Brady versuchte, seine angebliche Erfindung patentieren zu lassen. Eine internationale Patentanmeldung mit der Bezeichnung „Permanent Magnet Machine“ wurde unter der Nummer WO 2006045333 A1 eingereicht. Darin beschrieb er ein System, bei dem abstoßende Magnetkräfte einen Motor antreiben sollen. Das Patent wurde jedoch nicht erteilt, da das Prinzip als Perpetuum mobile eingestuft wurde – eine Maschine, die ohne Energiezufuhr arbeitet und damit grundlegende physikalische Gesetze verletzt. Auffällig war zudem die große Ähnlichkeit zu einem älteren Patent eines südamerikanischen Erfinders, der bereits 1990 ein vergleichbares Konzept angemeldet hatte, dieses jedoch aufgrund technischer Probleme aufgab. Trotz der fehlenden Patenterteilung bot Brady Lizenzen für 500.000 US-Dollar an, um die angebliche Technologie in den USA zu vermarkten.
Rückkehr nach Südafrika und neue Aktivitäten
Nach seiner Abschiebung gründete Brady 2018 in Südafrika die Firma Perendev Developments Pty Ltd. Auch dort warb er erneut um Investoren für die Entwicklung von Magnetmotoren mit einer Leistung von 50 Kilowatt. Trotz seiner Vorstrafe und den bekannten Betrugsvorwürfen versuchte er, neue Geschäftspartner und Lizenznehmer zu finden. Adolf Schneider, der ihn zuvor öffentlich unterstützt hatte, distanzierte sich später und forderte Brady auf, die Vergangenheit ruhen zu lassen und sich auf eine tatsächliche technische Umsetzung zu konzentrieren. Mike Brady verstarb am 6. Mai 2023 in Johannesburg. Seine Webseite wurde kurz darauf offline genommen.
Weblinks
- Münchner Merkur: Patent vorgetäuscht – Tüftler muss ins Gefängnis
- 20 Minuten (CH): Der Magneto-Mann
- TZ München: Hokuspokus-Betrüger festgenommen
- LinkedIn-Profil von Michael James Brady
Einzelnachweise
- Reinhard Keck: Abgezockt mit "Wundermaschinen": Betrüger geschnappt. Münchner Abendzeitung, 20. April 2010
- Dorita Plange: Vom feinen Zürichsee direkt nach Stadelheim – Hokuspokus-Betrüger festgenommen! TZ München, 20. April 2010
- WO 2006045333 A1: Permanent Magnet Machine, Anmelder: Mike Brady, 27. Oktober 2004