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Muammer Yildiz

Aus Faktenradar

Seit 1978 kündigt der Erfinder Muammer Yildiz kommerzielle Magnetmotoren an, die als Perpetua mobilia Energie liefern sollen. Trotz Patentanmeldungen, Vorführungen und Investorengeldern ist bis heute kein Gerät erhältlich.

Vom angeblichen Dauermotor zum Geschäftsmodell

Vom angeblichen Dauermotor zum Geschäftsmodell

Muammer Yildiz, geboren 1958 in Afyon (Türkei), arbeitete als Polizist, bevor er sich selbst als Erfinder präsentierte. Nach eigenen Angaben konstruierte er seit 1978 insgesamt 34 Prototypen eines Magnetmotors, der ohne Energiezufuhr laufen und Strom erzeugen soll. Die Behauptung widerspricht dem Energieerhaltungssatz, dem zufolge ein Perpetuum mobile unmöglich ist. 2014 gründete Yildiz die Izmirer HMSB A.Ş., deren Firmennamen sich aus den Anfangsbuchstaben seiner Familienmitglieder zusammensetzt. In einer Pressemeldung kündigte er für 1. Januar 2015 die Serienfertigung von Magnetrotoren bis fünf Kilovoltampere an. Bis November 2023 ist kein einziges Seriengerät ausgeliefert worden. Als Gründe nannte Yildiz wiederholt gesundheitliche Probleme – mehrere Herzoperationen – sowie den Tod eines wichtigen Technikers.

Patente, Partner und Investorengeld

Patente, Partner und Investorengeld

Yildiz hält mehrere internationale Patente, in denen er Magnetanordnungen beschreibt. Die europäische Anmeldung EP 2 153 515 („Device having an arrangement of magnets") zog er 2018 zurück, nachdem sie 2010 veröffentlicht worden war. Auch die ältere WO 2004/091083, die einen Stromgenerator mit Akkumulatorstarter behandelt, ließ er 2008 fallen. Patente belegen jedoch nicht die Funktionsfähigkeit eines Geräts; das Deutsche Patent- und Markenamt lehnt Anmeldungen ab, wenn sie ein Perpetuum mobile beanspruchen. Dennoch gelang es Yildiz, Geldgeber zu finden: Medienberichten zufolge flossen sechsstellige Eurobeträge für Lizenzrechte und Patentkosten. Der österreichische Verein GAIA (Gesellschaft für autarke Energie, technische Innovationen und Altruismus) erklärte 2014 eine Kooperation, ohne dass ein marktreifes Produkt resultierte. Als weiterer Partner wird der Unternehmer Murat Taluy genannt.

Weblinks

  1. Gerichtsurteil des BGH zu Perpetuum-mobile-Patenten (1985)
  2. Europäische Patentdatenbank – Eintrag EP2153515

Veröffentlichungen